Brieftauben, die "Drohnen" der Vergangenheit

Der Brieftaubensport und seine Geschichte sind leider nur selten Gegenstand einer wissenschaftlichen Betrachtung. Deshalb freuen wir uns sehr, Ihnen eine dieser Arbeiten jetzt in der „Brieftaube“ vorstellen zu können.

„Die Brieftaube im ersten Weltkrieg“ lautet das Thema der Bachelor-Arbeit von Mareike Kühntopp, die damit im vergangenen Jahr ihre akademische Ausbildung im Kernfachstudiengang Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf erfolgreich abschließen konnte.

Freuen Sie sich auf historisches Wissen rund um die Brieftaube, und lassen Sie sich von Sachverhalten und Details überraschen, die auch Sie bisher noch nicht kannten!

Wegen des Umfangs der Arbeit veröffentlichen wir eine gekürzte Version, die wir in vier Abschnitte aufteilen. 

Die Redaktion  

 
 

Was hat sich seit dem Einsatz der „Militär-Brieftauben“ im 1. Weltkrieg,  als Vorläufer der heutigen Drohnen, geändert? Lassen Sie sich von Sachverhalten und Details überraschen, die auch Sie bisher noch nicht kannten!

Von Mareike Kühntopp

3.1 Die Brieftaube im Einsatz an der Front

Die positiven Erfahrungen der Franzosen während des deutsch-französischen Krieges (1870/71) sorgten dafür, dass sie ihren Brieftaubendienst nach dem Krieg weiter ausbauten. So war die Organisation der französischen Brieftauben vergleichsweise gut[1]. Doch auch andere Länder, allen voran das Deutsche Reich, waren so beeindruckt von den Erfolgen der französischen Tauben während der Belagerung von Paris, dass sie Einheiten in ihren Heeren schufen, die sich um Brieftauben kümmerten[2]. Bereits am 28. Mai 1894 trat im Deutschen Reich ein Gesetz zum Schutz von Militärbrieftauben in Kraft und wurde als „Gesetz, betreffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege“ bezeichnet[3]. Zeitgleich richtete das Militär mehrere Zuchtstationen im Deutschen Reich ein, um dort Militärbrieftauben auszubilden. Diese Stationen befanden sich hauptsächlich im Westen des Reiches, in Köln, Straßburg, Würzburg, Metz und Mainz. Die Hauptzuchtstation lag natürlich, angegliedert an die Hauptstadt, in Berlin-Spandau. Man kann in diesem Zusammenhang sicherlich von einer strategisch wohlüberlegten Verteilung dieser Stationen sprechen, bedenkt man die vergangenen Auseinandersetzungen vor allem mit Frankreich[4]. Auch die britische Armee sammelte im späten 19. Jahrhundert und in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts bereits Erfahrungen mit Brieftauben im Krieg. Das beste Beispiel liefert hier wohl der Krieg mit den Buren (1899-1902)[5]. Auch Belgien unterhielt einen militärischen Brieftauben-Stützpunkt in Antwerpen, der „sowohl quantitativ als auch qualitativ als Vorreiter galt“[6]. Dass sich ausgerechnet das neutrale Belgien hier als Pionier herausstellt, mag auf den ersten Blick überraschend sein. Betrachtet man jedoch vor allem die Geschichte des Brieftaubensports, merkt man schnell, dass es vor allem die belgischen Brieftaubenzüchter waren, die bereits im 19. Jahrhundert die ersten Rennsporterfahrungen mit Tauben sammelten und denen es schon sehr früh gelang, Brieftauben zu züchten, deren Heimkehrinstinkt besonders ausgeprägt war. Auch nach Deutschland kam der Brieftaubensport erst über Belgien[7].

Doch trotz der Bemühungen um die Jahrhundertwende in allen Heeren, sowohl im Deutschen Reich als auch in Frankreich oder Großbritannien, ein Brieftaubenheer durch Zucht und Training aufzubauen, war der Bedarf im Ersten Weltkrieg bei Weitem nicht gedeckt. Die Gründe darin liegen vor allem im Voranschreiten der Technik, die die Taube als Nachrichtenübermittler in den Hintergrund drängten. Die Modernisierung der Kommunikationsmittel, vor allem durch die Telegrafie, machte die Nutzung von Brieftauben in den Augen vieler Offizieller ineffizient und unmodern[8]. Während das deutsche Militär in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts sogar noch Übungsflüge in Zusammenarbeit mit zivilen Züchtervereinen organisiert hatte, nahmen die kritischen Stimmen innerhalb der Führungsreihen immer weiter zu, sodass die Haltung von Militärbrieftauben in den Vorkriegsjahren zunächst wieder abnahm[9]. Diese Meinung prägte allerdings nicht nur das deutsche Heer, sondern auch das Militär der übrigen Länder, wie beispielsweise auch die Heere in Großbritannien oder Frankreich[10]. Daher überrascht es nicht, dass über 70 Prozent des Bedarfs an Brieftauben im Deutschen Reich von zivilen Züchtern durch Spenden gedeckt wurden[11]. Diese Spendenbereitschaft wurde größtenteils durch wiederholte Aufrufe in der Verbandszeitschrift erklärt. Auffällig ist hier die zu- und abnehmende Häufigkeit dieser Aufrufe. Zu Beginn des Krieges im Jahr 1914 werden sie noch in regelmäßigen Abständen abgedruckt. In den Jahren 1915 und 1916 finden sich entsprechende Anzeigen kaum oder gar nicht. Erst im Jahr 1917 und sogar noch im letzten Kriegsjahr, bis kurz vor dem Waffenstillstand, häufen sich die Anzeigen mit der Bitte um Taubenspenden wieder. Auch hier lässt sich der verzweifelte Bedarf des Heeres an allen Materialien deutlich ablesen, ebenso wie der Versuch, diesen Krieg noch irgendwie zu gewinnen. Aber auch hier wird der Zivilbevölkerung gegenüber mit keinem Wort erwähnt, wie es um den Krieg steht. Vielmehr werden die Aufrufe des Heeres immer gestartet mit dem Ziel, diesen Krieg zu einem schnellen und siegreichen Abschluss zu bringen[12]. Da dies jedoch nicht Gegenstand der Arbeit ist, sei es nur erwähnt und nicht weiter behandelt.

Dennoch zeigt dieses Beispiel aus der Verbandszeitschrift deutlich, dass der Erste Weltkrieg auch an der deutschen Zivilbevölkerung sehr nah war. Gerade die Nutzung von Brieftauben zu Militärzwecken zeigt eine klare Verbundenheit der Daheimgebliebenen mit ihren Soldaten – und wenn es vor allem die gefiederten Soldaten sind[13]. Natürlich kann man in diesem Zusammenhang nicht nur von rein patriotischen Gründen sprechen, das Militär zu unterstützen. Der Taubensport war zu Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem ein Sport der Arbeiterklasse, die ihr Vaterland auf diese Weise unterstützen wollten[14]. Der Wunsch, sich am Kampf für das Vaterland zu beteiligen, war natürlich stark, doch dazu versprach die Oberste Heeresleitung (OHL) jenen Züchtern, die einen Teil ihrer Tiere dem Militärdienst spendeten, Vergünstigungen in Form von Futterzuschüssen als Ausgleich für die abgegebenen Tiere[15] und freies Training über das gesamte Jahr. Gerade Letzteres bot einen zusätzlichen Anreiz für zivile Züchter, ihre Tauben dem Militär zu überlassen, da es ihnen seit 1894 zeitweilig untersagt wurde, ihren Tauben zu bestimmten Zeiten des Jahres Freiflug zu gewähren, wenn etwa die Erntezeit auf den Kornfeldern nahte. Dies schränkte natürlich auch die Wettbewerbe enorm ein. Dieses Verbot galt für Militärbrieftauben allerdings nicht und wurde für Züchter, die ihre Tauben dem Militär überließen, ebenfalls aufgehoben[16]. Dennoch wurde eine zivile Haltung von Brieftauben während des Krieges immer schwieriger. Die Angst vor Spionen – auf die später noch ausführlich eingegangen werden soll – machte es allerorts enorm schwierig, sodass sich viele private Zuchtvereine in „Militärbrieftauben-Züchtervereine“ umwandelten. Auf diese Weise verpflichteten sich die Züchter zwar, ihre Tiere dem Militär zur Verfügung zu stellen, konnten so allerdings auch ihren Fortbestand sichern[17]. Es war auch nicht unüblich, aufgrund des mangelnden Fachpersonals, dass sich zivile Züchter zudem als Pflegepersonal zur Verfügung stellten. So konnten sie sich um die Tiere kümmern[18]. Die enge Kooperation zwischen den zivilen Züchtern und der Regierung zeigte sich außerdem in der zeitweiligen Umbenennung des Verbandes deutscher Brieftauben-Liebhaber Vereine (VDBL) im Jahr 1918 in „Verband Deutscher Militär-Brieftaubenliebhabervereine“. Diese Umbenennung erfolgte allerdings nicht nur aus der Solidarität heraus, sondern stellte gleichsam die Realität der deutschen zivilen Züchter dar. Während des Krieges war es ihnen zunächst kaum und später gar nicht mehr möglich den Brieftaubensport auszuüben, der zu dieser Zeit noch vom intakten Eisenbahnnetz abhängig war, um die Tauben zum Auflassort zu bringen. Ohne die Zuwendungen des Militärs in Form von Futterrationen wäre es ebenfalls kaum mehr möglich gewesen, die eigenen Tiere zu versorgen[19].

Obwohl der Erste Weltkrieg ein zunehmend technisierter Krieg war, setzten nicht nur die deutschen Truppen immer wieder auf den Einsatz der Brieftaube als Nachrichtenübermittlerin. Auch Franzosen, Briten und im Kriegsverlauf sogar die Amerikaner vertrauten der Brieftaube schließlich doch mehr als den neuen Möglichkeiten wie Funk, Telegrafie und motorisierte Fortbewegungsmittel[20]. Die Zahl des „gefiederten Militärpersonals“[21] war von Land zu Land unterschiedlich. Während die französische Armee insgesamt über 25.000 Brieftauben verfügte, griff das deutsche Heer auf mehr als 120.000 Brieftauben zurück[22]. Besonders nach Kriegsbeginn wuchs die Bedeutung der Tiere rapide. Insbesondere der deutsche Kaiser, der das Protektorat über den Verband Deutscher Brieftaubenliebhaber-Vereine übernommen hatte, setzte sich dafür ein, die Tauben zu schützen und für das Militär zugänglich zu machen. So wurde bereits am 31. Juli 1914 erlassen, Brieftauben ausschließlich für militärische Zwecke zu nutzen. Im September 1914 wurde es zudem der Zivilbevölkerung verboten, Tauben in Deutschland oder in den von Deutschland besetzten Gebieten zu schlachten oder abzuschießen. Vor allem in den Besatzungszonen wurde auf eine strenge Kontrolle geachtet[23].

Die Vorteile der Brieftaube wurden in erster Linie deutlich, als sich der Krieg nach den ersten Wochen von einem Bewegungskrieg zu einem Stellungskrieg entwickelte[24]. Wenn man Nachrichten von der Front verschicken wollte, waren die Möglichkeiten begrenzt, da es sich um einen Kriegsschauplatz handelte und die moderne Technik zunehmend nicht mehr genutzt werden konnte, wenn beispielsweise Telegrafenleitungen durchtrennt oder der Funk gestört wurde[25]. Hier hatten Brieftauben einen eindeutigen Vorteil, nicht nur bei der Nachrichtenübermittlung, sondern auch wenn es darum ging, sich einen Überblick über die Schlachtfelder zu schaffen[26]. Zu diesem Zweck wurden Kameras entwickelt, die den Tauben umgeschnallt wurden und auf diese Weise Bilder liefern konnten[27]. Der Kaiserliche Hofapotheker Julius Neubronner hatte bereits im Jahre 1907 eine solche Kamera entwickelt und vorgestellt. Dieser Prototyp wurde schließlich weiterentwickelt und später im Krieg tatsächlich eingesetzt[28]. Nicht nur die Deutschen benutzten diese Technik sehr erfolgreich, auch die Amerikaner griffen später darauf zurück und konnten so wertvolle Informationen sammeln. Sie schickten kurz vor Ende des Krieges, am 12. September 1918, eine Taube los, die bis heute als „The Mocker“ bekannt ist und als Kriegsheld gesehen wird. Im deutschen Sperrfeuer flog die Taube los und ihre Kamera konnte Bilder von den deutschen Geschützen machen, die es den Amerikanern ermöglichten, diese genau zu lokalisieren und anschließend unschädlich zu machen. Schwer verletzt kehrte die Taube schließlich zurück. Für ihre Taten erhielt sie sowohl das französische „Croix de Guerre“ als auch das „Distinguished Service Cross“ der US-Army und nach ihrem Tod im Jahr 1937 erhielt „The Mocker“ außerdem ein Militärbegräbnis[29].

Dennoch, „der wichtigste Einsatzzweck von Militärbrieftauben bestand darin, Nachrichten zu transportieren.“[30] Und dieser Zweck wurde deutlich erfüllt. Allein im letzten Kriegsjahr 1918 hatten schon die französischen Brieftauben über 400 Nachrichten überbracht und zeichneten sich dabei aus, auch manche entscheidende Nachricht weitergeleitet zu haben[31]. Essentiell für die tatsächliche Ankunft dieser Nachrichten waren dabei der außerordentlich gute Orientierungssinn und der natürliche Rückkehrinstinkt der Taube. Schon vor dem Krieg wurden Tauben „speziell auf Fluggeschwindigkeit, Effizienz und robuste Konstitution gezüchtet“[32]. Durch gezieltes Training wurden diese Fähigkeiten und natürlichen Instinkte schon frühestmöglich trainiert, um so auch den Erfolg der Tauben zu steigern und ihnen alsbald beizubringen, sich nicht auf einen einzigen Rückkehrort zu beschränken[33]. Zu diesem Zweck wurden auch die mobilen Taubenschläge genutzt, die hinter der Front stationiert waren und je nach Bedarf genutzt und bewegt werden konnten. Diese Taubenschläge waren je nach Größe und Modell mit bis zu drei Pflegern bestückt, die für die Tiere verantwortlich waren und sich darum kümmerten, dass sie zur Front gebracht, versorgt, trainiert und auf bestem Gesundheitsstand gehalten wurden.

Einen dieser mobilen Taubenschläge zeigt Abbildung 1. Dieses motorisierte Modell gehörte der französischen Armee. Es stellte allerdings eher die Minderheit dar. Meistens waren mobile Taubenschläge, auf alliierter Seite wie in der deutschen Armee, noch nicht motorisiert, sondern wurden von Pferden gezogen. Ein solcher mobiler Taubenschlag konnte je nach Bauart bis zu 1000 Tauben fassen. Das Bild zeigt eine Trainingseinheit, bei welcher die Tauben konditioniert wurden, ihren mobilen Schlag wiederzufinden. Ziel der Übung war es, sie so mit dem Gefährt vertraut zu machen. Dabei wurden die Tauben schon sehr jung an ihre „fahrbare Heimat“ gewöhnt. Im Alter von etwa acht Wochen können junge Tauben antrainiert werden. In diesem Alter ist auch das Lernverhalten am besten und so konnte gewährleistet werden, dass sie sich optimal an die Bedingungen ihrer mobilen Heimat gewöhnen konnten. War ihnen ihr „mobiles Zuhause“ einmal zur Selbstverständlichkeit geworden, dauerte es im Normalfall zwischen zwei und drei Tagen, bis die Tauben nach einem Standortwechsel ihren Schlag wieder gefunden hatten und erneut einsatzbereit waren. War das geschehen, wurden einzelne Tauben hinter die Front, in die Schützengräben gebracht, um von dort Nachrichten zurück zum Taubenschlag zu schicken.

Die mobilen Taubenschläge hatten gegenüber den Taubenschlägen der zivilen Züchter den Vorteil, dass sie direkt im Kriegsgebiet stationiert werden konnten. Die Tauben mussten nicht erst unter Umständen hunderte von Kilometer in die Heimat zurücklegen, ehe die Botschaft ihren Empfänger erreichte, sondern die Nachricht wurde direkt an die verantwortlichen Offiziere übermittelt. Zivile Züchter hingegen waren gezwungen, mit den Nachrichten, die ihre Tauben heimbrachten, die nächste Militärstation aufzusuchen, die die Nachricht schließlich noch weiterleiten musste.

Das Training der Militärtauben unterschied sich dabei nicht grundlegend vom Training, welches auch zivile Tauben absolvierten, denn die Methoden, die Tiere zur raschen Rückkehr zu motivieren, waren im Grunde genommen dieselben. Einerseits wurden die Tauben gepaart und anschließend getrennt, sodass der weggeschickte Partner immer den Drang hatte, zum daheim gebliebenen  zurückzukehren. Das Prinzip der „Witwerschaft“ wurde ebenfalls im zivilen Brieftaubensport seit einiger Zeit erfolgreich angewandt und wird auch heute noch praktiziert, um Tauben zur Heimkehr zu motivieren. Andererseits wurde der „Futtertrieb“ gestärkt, indem die Futterration entsprechend vor einem Flug gekürzt wurde, um den Drang der Taube nach Futter zu intensivieren[34]. Eine gut trainierte und gesunde Taube war so in der Lage auch Flüge zwischen 500 und 700 Kilometern zurückzulegen, wobei solche Entfernungen für Militärbrieftauben eher selten waren. Meist waren die mobilen Schläge etwa fünfzehn bis zwanzig Kilometer hinter der Front platziert[35].

Nach ausreichendem Training konnten die Tauben schließlich zum Einsatz an die Front gebracht werden. Ein Beispiel für so einen Transport einzelner Tauben zeigt die Abbildung 2.

Das Bild zeigt, wie der zuständige Brieftaubenoffizier einem Soldaten eine Taube übergibt, die an die Front gebracht werden soll. Von dort wird sie eine Nachricht mit zurück in ihren mobilen Taubenschlag nehmen. In diesem Fall wurden die Botentauben per Fahrrad transportiert, doch in der Regel waren die Tiere derart robust und widerstandsfähig, dass sie auf viele verschiedene Weisen an die Front befördert werden konnten, so beispielsweise auch per Auto, wie auf dem Bild zu sehen per Fahrrad, oder per Pferd. Vor allem die Briten pflegten die Praxis, Tauben in Flugzeugen oder auf Schiffen zu transportieren, um im Notfall Nachrichten absetzen zu können[36]. Der Brieftaubenoffizier leitete diese Nachricht an den befehlshabenden Offizier weiter. Nach einer angemessenen Ruhepause wurde die Taube wieder in den Einsatz geschickt. Sowohl Abbildung 1 als auch Abbildung 2 stammen aus der britischen Zeitung „The Illustrated War News“. Die Zeitung wurde am 12. August 1914, nur acht Tage nach der Kriegserklärung an Deutschland, als Magazin der „Illustrated London News“ gegründet, die sich speziell dem Krieg mit Deutschland widmen sollte. Die Zeitung erschien wöchentlich und präsentierte sich mit einer Mischung aus Bildern, Texten und Diagrammen, um der englischen Zivilbevölkerung die Fortschritte des Krieges darzulegen. Dabei wurden alle möglichen Facetten des Krieges beleuchtet, von wichtigen Persönlichkeiten, die sich im Krieg verdient gemacht hatten, über den Alltag in den unmittelbar vom Krieg betroffenen Regionen, bis hin zu Informationen über die Waffen der eigenen Armee. Obwohl die Zeitung auch als Chronik des Krieges gedacht war, wurde sie 1918 noch vor Ende des Krieges eingestellt[37].

(Fortsetzung folgt)

Anhang

[1] Vgl. Hildebrandt, Carl: Gefiederte Kuriere. Der Brieftaubendienst der Schweizer Armee 1917-1994. Wabern, 2001. S. 69 (künftig zitiert als: Hildebrandt: Gefiederte Kuriere (2001)).

[2] Vgl. Hoffmann: Das Taubenbuch (1982), S. 116.

[3] Vgl. ebd.

[4] Vgl. Pöppinghege/Proctor: Brieftauben im Ersten Weltkrieg (2009), S. 105.

[5] Vgl. ebd.

[6] Ebd.

[7] Vgl. Fussel/Kühntopp: Chronik (2009), S. 17.

[8] Vgl. Pöppinghege: Tiere im Ersten Weltkrieg (2014), S. 93.

[9] Vgl. Pöppinghege/Proctor: Brieftauben im Ersten Weltkrieg (2009), S. 105.

[10] Vgl. Pöppinghege: Tiere im Ersten Weltkrieg (2014)., S. 7.

[11] Vgl. Pöppinghege: Tiere im Ersten Weltkrieg (2014), S.50.

[12] Nach Kriegsausbruch werden solche Aufrufe regelmäßig auf dem Titelblatt der Verbandszeitschrift „Zeitschrift für Brieftaubenkunde“ veröffentlicht. Siehe dazu beispielsweise Zeitschrift für Brieftaubenkunde (1914), Nrn. 33, 34, 38. In späteren Jahren werden die Aufrufe weniger, siehe dazu z.B. Zeitschrift für Brieftaubenkunde (1916), Nr. 27. Zeitschrift für Brieftaubenkunde (1916), Nrn. 6, 17, 21.  Zeitschrift für Brieftaubenkunde (1918), Nrn. 4, 13, 34, 41.

[13] Vgl. Pöppinghege/Proctor: Brieftauben im Ersten Weltkrieg (2009), S. 103.

[14] Vgl. ebd., S. 106.

[15] Vgl. ebd., S. 108.

[16] Vgl. ebd., S. 105.

[17] Vgl. Pöppinghege: Tiere im Ersten Weltkrieg (2014), S. 115.

[18] Vgl. Pöppinghege/Proctor: Brieftauben im Ersten Weltkrieg (2009), S. 106.

[19] Vgl. ebd., S. 111.

[20] Vgl. Pöppinghege: Tiere im Ersten Weltkrieg (2014)., S. 7.

[21] Ebd.

[22] Vgl. ebd., S.107/108.

[23] Vgl. Pöppinghege/Proctor: Brieftauben im Ersten Weltkrieg (2009), S. 109.

[24] Vgl. ebd., S. 107.

[25] Vgl. ebd.

[26] Vgl. Hoffmann: Das Taubenbuch( 1982), S. 117.

[27] Vgl. Pöppinghege/Proctor: Brieftauben im Ersten Weltkrieg (2009), S. 107.

[28] Vgl. Hoffmann: Das Taubenbuch (1982), S. 119.

[29] Vgl. ebd., S. 122.

[30] Pöppinghege: Tiere im Ersten Weltkrieg (2014), S. 89.

[31] Vgl. Hoffmann: Das Taubenbuch (1982), S. 122.

[32] Pöppinhege/Proctor: Brieftauben im Ersten Weltkrieg (2009), S. 108.

[33] Vgl. Pöppinghege: Tiere im Ersten Weltkrieg (2014), S. 67.

[34] Vgl. ebd., S. 68.

[35] Vgl. Pöppinghege/Proctor: Brieftauben im Ersten Weltkrieg (2009), S. 108.

[36] Vgl. Pöppinghege/Proctor: Brieftauben im Ersten Weltkrieg (2009), S. 108.

[37] Vgl. http://www.illustratedfirstworldwar.com/the-titles/the-illustated-war-news/ (zuletzt abgerufen am 18.5.2014, 14:23 Uhr).

FOTOS

 

Foto 01, BU:

Abb. 01: Dieser motorisierte mobile Taubenschlag der französischen Armee gehörte eher zur Minderheit. Meistens waren mobile Taubenschläge noch nicht motorisiert, sondern wurden von Pferden gezogen.

Foto 02, BU:

Abb. 02: Der zuständige Brieftaubenoffizier übergibt einem Soldaten eine Taube, die an die Front gebracht werden soll.

Foto 03, BU:

Mittels umgeschnallter Kameras und Selbstauslöser verschaffte man sich einen Überblick über Schlachtfelder und gegnerische Anlagen. 

Foto 04, BU: [Foto: Österreichische Nationalbibliothek]

Die Brieftauben wurden auf verschiedensten Wegen zu ihrem Einsatzort gebracht. Auch in Flugzeugen wurden sie an die Front befördert.

Powered by Nirvana & WordPress.
*/