Die Wandsbeker Husaren

Das Regiment wurde bereits 1803 als Kavallerieverband im Königreich Hannover gegründet. Nach dem verlorenen preußisch-österreichischer Krieg von 1866 und der Annexion des Landes durch das Königreich Preußen, wurde der Verband als Husaren-Regiment (Hannoversches) Nr. 15 in die preußische Armee eingegliedert.

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 gehörte das Regiment für die Dauer des Feldzuges als Divisionskavallerie zur 14. Infanterie-Division und nahm an nahezu allen Brennpunkten des Krieges teil.
Nach dem Krieg rückte das Regiment im Juni 1871 in seine neue Garnison Wandsbek ein. Dieser Standort gab dem Regiment den volkstümlichen Namen „Wandsbeker Husaren“.
Im August 1898 änderte sich die Bezeichnung für das Regiment: Kaiser Wilhelm II. ernannte die niederländische Königin Wilhelmina zur Regimentschefin und benannte den Verband nach ihr in „Husaren-Regiment Königin Wilhelmina der Niederlande (Hannoversches) Nr.15“.

Im I. Weltkrieg rückten die Wandsbeker Husaren zunächst in Belgien ein und stießen bis über die Marne nach Frankreich vor. Ende November 1914 wurde das Regiment in den Osten verlegt und in Polen eingesetzt. Im Februar 1915 nahm es an der Winterschlacht in Masuren teil. Weitere Stationen waren Litauen, Kurland, Dünaburg, Ostgalizien, Bukarest, Minsk.

Im Januar 1919 traf das Regiment wieder in Wandsbek ein, wo sogleich die Demobilisierung und Auflösung des Regiments begann. Am 1. April 1919 wurde jedoch eine neue Eskadron zusammengestellt, die die Unruhen in Hamburg bekämpfte. Diese Reste des alten Regiments kamen später zum Reichswehr-Kavallerie-Regiment 9 und wurden dann dem 14. Reiter-Regiment in Ludwigslust zugeteilt, die auch die Traditionen des alten Regiments übernahmen.

Mit Aufstellung der Bundeswehr nahm sich zunächst das Panzeraufklärungsbataillon 6 der Tradition dieses alten Reiterverbandes an. Ehemalige Husaren nahmen in Uniform an Feierlichkeiten und Gelöbnissen teil, das Bataillon nahm an Gedenkveranstaltungen des ehemaligen Husaren teil. Heute besteht nur noch eine lose Verbindung über die Kameradschaft Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ und seiner Traditionsverbände, die auch im Wappen der Kameradschaft wiederzufinden ist.

Heute erinnern in Hamburg-Wandsbek noch zwei Denkmäler an die Wandsbeker Husaren: Ein Reliefstein aus den Jahr 1923 für die gefallenen Husaren des 1. Weltkrieges in einem Park in der Straße „Am Husarendenkmal“ sowie dem bronzenen Reiterdenkmal „Der Meldereiter“ errichtet 1938 anlässlich des 135. Gründungstages des Regiments.

Der Geschichte der Wandsbeker Husaren widmet sich das Heimatmuseum Wandsbek.

B. Wollschläger
W. Hertz