Die Ausgabe 01/2019 ist gedruckt und wurde an die Mitglieder verteilt. Nun wollen wir Ihnen auch im Internet die neuesten Beiträge der Kameradschaft zeigen. Auf folgende Berichte können Sie sich freuen:

  1. Grünkohlessen
  2. Infofahrt der Kameradschaft
  3. Skat & Kniffel | Kohltour
  4. Termine & Vorhaben
  5. Trauer & Nachruf
  6. Jean-Paul Guichard d‘Arenc
  7. Post aus dem Einsatz

Liebe Kameradinnen und Kameraden, sehrgeehrte Leserinnen und Leser

heute schreibe ich zum letzten Mal das Grußwort für den Aufklärer.

1978 bei der Neuauflage unserer Truppenzeit-schrift war es das erste Mal, damals noch als Kommandeur und zur Gründung der Kameradschaft.
Ab 1998 habe ich dieses Grußwort jedes Jahr zweimal geschrieben.
Da geht mir natürlich die Veränderung in diesen 40 bzw. 20 Jahren beim Bataillon und in der Kameradschaft und unserer Gesellschaft durch den Kopf. Die Welt um uns herum hat sich total verändert, sie ist anders geworden, aber bes-ser?
Die 20 Jahre als 1.Sprecher waren immer mit Freude verbunden. Über die Jahre die Entwick-lung im Bataillon zu begleiten und mit so vielen gerade aktiv in der Verantwortung stehenden Offizieren und Unteroffizieren in Kontakt zu kommen, ergibt einen reichen Erfahrungsschatz.
Die gebundenen Aufklärer von 1962-2019 zeigen, was die Kameradschaft für das Bataillon getan hat und was in den Jahrzehnten an unterschiedlichen Unterstützungen aktuell war. Die Arbeit mit den Redakteuren und den Anzeigenkunden des Aufklärer brachten zwar viel Arbeit, hat sich in der Rückschau aber sehr gelohnt. Kein anderer Verband hat ein solches „Geschichtsbuch“.

Mein Dank gilt also allen Mitstreitern dieser lan-gen Jahre, vor allem den vielen Vorstandsmit-gliedern, die mich immer tatkräftig unterstützt haben und ohne die es die Kameradschaft in dieser Form nicht mehr gäbe.

Nun gebe ich am 5.7. bei der Generalversamm-lung mein Amt an OTL a.D. Walter Hertz ab und melde mich als 1.Sprecher ab, stehe aber wei-terhin gern zur Unterstützung bereit.

Meinem Nachfolger wünsche ich wie der Kameradschaft und dem Bataillon eine glückliche und erfolgreiche Zukunft.

Mit kameradschaftlichem Gruß und kräftigem Horrido


Ihr Manfred Rath

Soldaten, Mitglieder der Kameradschaft und Freunde des Bataillons,

Die erste Jahreshälfte 2019 kannte für das Bataillon aus militärischer Sicht nur einen Schwerpunkt:
Ausbildung und Übung – Übung – Übung!
Dies ist das konkrete Ergebnis der so-genannten Holstein-Serie (,,Wo Hol-stein draufsteht, ist Sechs drin“) – , die seit letztem Jahr das Ausbildungs- und Übungsgeschehen im Bataillon be-stimmt. Ziel ist hierbei die Erhöhung der Einsatzbereitschaft und Schlag-kraft im Allgemeinen und die Vorbe-reitung der Brigadeübungen im Be-sonderen. Wenig verwunderlich, dass Ausbildung und Übung in unserem Kerngeschäft „Spähaufklärung“ der-zeit den absoluten Schwerpunkt im Bataillon darstellen – alles andere, was nicht der Steigerung der Einsatzbereit-schaft und Schlagkraft dient, ist damit nachrangig. Dabei gilt angesichts der kontinuierlich angespannten Material-lage: Wir üben mit dem, was wir haben und was realisierbar ist. Denn: Nichts-tun war noch nie eine Alternative bei uns „von Sechs“ und es ist unser eigener Anspruch, vorne mit dabei zu sein.

In diesem Verständnis kommt die Holstein-Serie in 2019 erstmals in „Reinkultur“ zur Anwendung und soll eine „Blaupause“ aufzeigen, wie Ausbildung und Übung in un-serem Bataillon die nächsten Jahre auszusehen hat. Bis dato ist dieser Ansatz nahezu idealtypisch umgesetzt wor-den. Dazu stiegen wir im Janu-ar mit einer „Ausbildung der Aus-bilder“ nach dem altbewährten „KoFTrA-Pinzip“ ein – sprich der „Kombinierten Führer- und Truppenausbildung“. Hier wurden die inhaltlichen Grundlagen und Standards sowohl auf Bataillons- als auch Kom-panieebene gelegt. Auf dieser Basis konnten die Kompanien ihre Späher am Boden, die Feldnachrichtentrupps und „Drohneure“ im Februar ausbilden. Im März wurden allen Teilfähigkeiten im Bataillonsspähparcours „HOLSTEIN RITT“ erstmals beübt. Spähparcours heißt: nicht nur am Boden wurde aufgeklärt, sondern unsere Feldnachrich-tenkräfte befragten und unsere Droh-nen KZO & LUNA spähten aus der Luft. Denn erst das Zusammenwirken und sich gegenseitige Ergänzen der einzel-nen Fähigkeiten macht den Mehrwert unseres Bataillons aus – Aufklärungs-verbund ist hier das Schlagwort.
Und diesen Aufklärungsverbund gilt es nicht auf dem Papier mit vielen Tobias Aust
Worten zu beschreiben, sondern in die Tat umzusetzen und für jeden einzelnen Späher erfahrbar zu machen! Danach ging es Schlag auf Schlag: nach kurzer Verschnaufpause über die Ostertage, im Mai erst die Ausbildungswoche der Heeresauf-klärungstruppe, bereits zwei Wochen später das gesamte Bataillon in der Gefechtsübung HOLSTEINER HUSAR auf dem Truppenübungsplatz Jäger-brück in Vorpommern.

Doch damit sind nur die Höhepunkte des vergangenen Halbjahres genannt. Viele kleinere Vorhaben – sei es das traditionelle „Grünkohlessen“ oder die „Blaue Stunde“, aber auch Premieren wie die erstmalige Durchführung eines „Tages der Reserve- offiziere von Sechs“ – machen eins klar: Wir „Sechser“ sind ein sehr aktiver Verband, ringen um bestmögliche Ausbildung und erfahren dabei von unseren Freunden, För-derern und treuen Begleitern breiten Rückhalt. So schaffen wir es auch unter den Vorzeichen immer größerer Diskrepanz zwischen Aufträgen und Mitteln sowie immer weiter ausufernder Bürokratie und Versuchen des Mikro- managements von weit entfernten Kommandobehörden trotzdem unserer selbst gewählten Devise zu entsprechen – nämlich nicht unbedingt besser, aber anders zu sein. Oder in den präg-nanten Worten eines erfahrenen Porte-pees dieses Bataillons:
Wir machen einfach unser Ding! Und hierfür braucht es klasse Männer und Frauen, über die dieses Bataillon in den vergangenen 60 Jahren zweifels-los stets verfügt hat. Diesen Soldaten voran stehen zu dürfen, ist für mich jeden Tag aufs Neue eine große Ehre und noch mehr eine erfüllende Freude! Greifen Sie nun herein in das pralle Leben dieses Bataillons, indem Sie mit dieser „Äufklärerausgabe“ einen Einblick aus erster und berufener Hand erhalten.
Mit einem herzlichen und kräftigen Horrido!

 

Stets Ihr

Tobias Aus, Oberstleutnant

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