Familien & Partnerseminar Einsatznachbereitung ist nicht wichtig? Weit gefehlt!

Ziel, Sinn und Zweck ist es den Einsatz gedanklich abzuschließen und auch ggf. Konflikte auf- und abzuarbeiten. Sicherlich kann man tief liegende, vielleicht sogar weit zurück liegende Erlebnisse nicht in Gänze verarbeiten und zum Ausdruck bringen, doch es ist für mich der erste Schritt in die richtige Richtung, denn reden hilft. Und sprechenden Menschen kann geholfen werden! Sollten im Einsatz belastende Ereignisse vorgefallen sein, wird das Psychosoziale Netzwerk (PSN) informiert. Und es werden Personen aus diesem Netz bei den Einsatznachbereitungsseminaren vor Ort sein und zur Verfügung stehen.

Leider wird nicht nur das
Familien-/Partnerseminar immer noch viel zu oft belächelt oder nicht für ernst genommen. Ich wiederhole mich da gerne: Die Nachbereitung ist genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, als der Einsatz mit seiner Vorbereitung. Und es versteht sich von selbst, dass es mehr als kameradschaftlich ist, jüngeren Kameraden zur Seite zu stehen und bei der Aufarbeitung, Nachbereitung zu unterstützen. Lange genug ist es bekannt, dass nicht nur wir im Einsatz sind, sondern unsere Partnerinnen/Partner zu Hause genauso ihren „Mann“ und auch „Frau“ stehen, gilt es doch die Aufgaben/Tätigkeiten zu übernehmen, die doch sonst der/die Andere erledigt hat.

Nun, wie läuft bisher so ein Familien-/Partnerseminar ab: Am ersten Tag steht die Anreise, Check IN und die Begrüßung im Vordergrund. Gleichwohl werden die Familien aufgeteilt, in klassisch drei Gruppen, die da wären: Kinder, Angehörige und Soldaten. Dann wird in den Gruppen maximal eine Vorstellungsrunde durchgeführt. Vorher haben die Eltern Zeit, um ihre Kinder in die Betreuung zu geben. Bei der Vorstellungsrunde könnten die Kinder teilnehmen, doch spätestens in den Gesprächsrunden ist es sinnvoll ohne Kinder zu moderieren, können doch Traurigkeit und oder brisante nicht kindgerechte Themen auftreten und angesprochen werden.

Am nächsten Tag stehen dann getrennte, doch in den Gruppen homogen, Gesprächsrunden auf dem Programm. Und es wird darauf geachtet dass die Familien ausreichend Zeit für sich nehmen können. Es werden verschiedene Attraktivitäten, wie z.B. Spaziergänge, Lagerfeuer mit Stock-/Knübbelbrot, Kutschfahrten u.o.ä. angeboten. Alles ohne Zwang, Verpflichtung daran teilzunehmen. Am letzten Tag werden die Gruppen erst noch ohne Kinder zusammengeführt und am Ende findet dann eine gemeinsame Verabschiedung statt. Wenn man sich für ein Partner-/Familienseminar entscheidet, steht für mich außer Frage, dass die Partner an den Gesprächsrunden teilnehmen. Auch wenn man der Meinung ist, bzw. die Tatsache besteht wir kennen uns nicht und dienen nicht in einem Verband, denn eines verbindet alle unsere Lieben daheim: die zum Teil lange Abwesenheit eines geliebten Menschen.

Ich möchte als Kamerad, ausgebildeter Peer und Lotse Ihnen/Euch für die Zukunft alles Gute sowie viel Gesundheit und Kraft wünschen und mit meinem Motto schließen:

„Wenn zuhören zur Hilfe wird“

Ihr/Euer

SF Michael Schmidtke

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