Freunde und Förderer des Aufklärungsbataillons 6 Holstein!

Eine bewegte zweite Jahreshälfte 2018 neigt sich mit großen Schritten dem verdienten Jahresende entgegen. Zwei zentrale Themen haben das zweite Halbjahr 2018 geprägt: Ausbildung & Übung sowie „60 Jahre (von) Sechs“.

Ausbildung & Übung –
Wie im letzten Editorial angekündigt, steht die Re-Fokussierung auf den verfassungsgemäßen Auftrag der Bundeswehr – sprich die Landes- und Bündnisverteidigung – im Schwerpunkt des Ausbildungs- und Übungsprogramms von uns Eutiner Aufklärern. Dass es hier keineswegs um ein reines „Zurück in die Zukunft“ in die Zeiten des Kalten Krieges bedeutet, wird uns dabei immer wieder deutlich – wenn es auch freilich gilt, nach mehr als zwei Jahrzehnten primärer Fokus auf Auslandseinsätze wieder viel Wissen aus der Vergangenheit zu reaktivieren. Das Wesen des Gefechtes ändert sich somit nicht, gleichwohl seine Erscheinung. Dies wurde uns Aktiven erst wieder beim diesjährigen Übungshöhepunkt, einem zweiwöchigen Aufenthalt im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt Ende August bewusst. Vieles war für einige Ältere von uns vertraut, für nicht wenige Jüngere hingegen eine Premiere. Keine gemischte Aufklärungskompanie, sondern das gesamte Bataillon im Einsatz, das hochdynamische Gefecht der verbundenen Waffen statt des gewohnten Stabilisierungseinsatzes, Führung aus dem mobilen Bataillonsgefechtsstand und nicht aus festen Gebäuden, Zelte und Leben im Felde/Versteck statt „Grundbetrieb“ zwischen E-Mail-Flut und Arbeitszeitregelung. Spätestens aber die neue Übungsstadt SCHNÖGGERSBURG, in der sich unsere Übungsgegner eingerichtet haben und gegen die wir aufklärten, machte uns deutlich, dass die heutige Gefechtsführung Städte nicht mehr wie zu Zeiten der großen Herbstmanöver ausspart, sondern uns neue Herausforderungen bereitet. Da war es wieder – das Gefecht mit dem „Clausewitzschen Chamäleon“.

Für mich selbst war der Aufenthalt im „GÜZ“ nach Jahren der Wiederkehr in meine alte militärische Heimat ein sehr befriedigendes Erlebnis. Denn wenn man erst einmal das Lächeln unserer Soldaten nach einem anstrengenden Gefechtstag auf „dem Platz“ sieht, erkennt man, wo das Herz dieser Armee schlägt: in der Truppe! Mehr „Truppengeist“, schlankere Ämter und Stäbe und vor allem weniger Bürokratie und Absicherung – neben allen Material- und Personalaspekten sicherlich auch ein zu beschreitender Pfad, die Schlagkraft unserer Bundeswehr zu erhöhen. Vieles weitere aus dem Bereich Ausbildung & Übung hat sich im zurückliegenden 2. Halbjahr ereignet: die zahlreichen Berichte in diesem Heft, geben Ihnen hierzu interessante Einblicke.
 

„60 Jahre Sechs“ –
lautete das Motto der Jubiläumsfeierlichkeiten 2018. Mit einem Vierklang aus Feierlichem Appell – Empfang – Tag der offenen Tür – Husarenbiwak war es unsere Absicht, das sechzigjährige Bestehen unseres Bataillons „anständig“ und dem Charakter des Bataillons entsprechend zu begehen. Rund zwei Monate nach dem Festwochenende komme ich zu dem Eindruck, dass dies recht gut gelungen ist. Die Reden unserer Ehrengäste, die zweifache Verleihung gleich zweier Fahnenbänder – einmal von Eutin, zum anderen von Bad Schwartau –, aber vor allem auch die Resonanz und der Zuspruch der Ostholsteiner geben eindrucksvoll Zeugnis davon ab, wie sehr wir als Eutiner Aufklärer in der Region zu Hause sind. 5.000 Gäste allein am Tag der offenen Tür – trotz recht durchwachsenem, norddeutschem Wetter – eine Bilanz, die sich mehr als sehen lassen kann. Ich will daher die Gelegenheit nutzen, mich bei allen zu bedanken, die diese Veranstaltung ermöglicht haben: Seien es die aktiven oder ehemaligen Soldaten, Freunde und Förderer des Bataillons – gleich ob Militär oder Zivilist. War es ein Kraftakt? Mit Sicherheit ja. War es das wert? Ja und nochmals ja! Für mich war die Art und Weise der Gestaltung, aber auch der wieder einmal bewiesene Rückhalt der Ostholsteiner Bevölkerung ein eindrucksvoller Beleg, warum dieses Bataillon bereits seit 60 Jahren besteht und hoffentlich noch die besten Jahre vor sich hat.

Vor uns liegen nun die besinnliche und hoffentlich erholsame
Advents- und Weihnachtszeit. In einer stillen und ruhigen Minute denken Sie bitte an unsere Einsatzsoldaten. Auch dieses Jahr sind Eutiner Aufklärer in Afghanistan und Mali über Weihnachten und Neujahr im Einsatz. Sie werden sich zusammen mit ihren Familien auch über kleine Gesten der Erinnerung freuen – zahlen sie doch dieses Jahr fern der Heimat den größten Preis in unserem Bataillon.

In diesem Sinne Ihnen allen besinnliche und vor allem erholsame Weihachtstage,
einen guten Start in das neue Jahr 2019 und

das Ganze mit einem kräftigen und zuversichtlichen Horrido!
 
 

Stets Ihr
Tobias Aust
Oberstleutnant     15.11.2018    

Powered by Nirvana & WordPress.