Das Bataillon leistet Amtshilfe im Kampf gegen Corona
Im 1. Halbjahr 2021 hatte das Bataillon eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Aufträge und auch echte Herausforderungen zu bewältigen. Neben den Notwendigkeiten zur Vorbereitung der Einsätze für die Resolute-Support-Mission (RSM) in Afghanistan und für KFOR im Kosovo sowie den Herausforderungen der Späh-Aufklärungswoche, die „Kombinierte Führer-Truppen-Ausbildung (KoFTrA) und dem Truppenübungsplatzaufenthalt in JÄGERBRÜCK ist hier auch die zu leistende Amtshilfe bei der Corona-Bekämpfung zu nennen. Alles parallel.
Die Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ in Eutin sind als letzter Heeresverband im Norden, wie schon 2020, weiterhin stark in die regionale Amtshilfe eingebunden.
Rund 100 Frauen und Männer des Bataillons unterstützen derzeit im Schichtsystem in Impfzentren, Gesundheitsämtern sowie Alten- und Pflegeheimen.
So zum Beispiel im Gesundheitsamt Lübeck, wo derzeit insgesamt 21 Soldaten ihren Dienst verrichten, einige davon bereits seit Ende letzten Jahres.
Mittlerweile sind die Abläufe eingespielt, gesprochen wird kaum, jeder weiß, was er zu tun hat. Und zu tun gibt es mehr als genug: „Das kann schon mal stressig werden, wenn mehrere Fälle beispielsweise aus Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern auf einmal kommen“, erläutert Stabsgefreiter Tri Vien Möller und deutet auf den Tisch, wo sich die eingehenden Fälle stapeln. „Die Arbeitsteilung mit den zivilen Kräften funktioniert gut“, betont er. Darüber hinaus sei man stressige Situationen und Lageänderungen als Soldat ja ohnehin gewohnt.
Ebenfalls durch Eutiner Aufklärer unterstützt wird das Gesundheitsamt Bad Oldesloe. Hier sind hauptsächlich Soldaten der 4. Kompanie mit zeitweiser Unterstützung des Stabes eingesetzt. An die Arbeit an der Seite der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes erinnert sich Stabsunteroffizier Simon Schultz: „Es war ein sehr produktives Miteinander. Auch wenn auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger am anderen Ende der Leitung mal Unzufriedenheit oder Missfallen aufkam, so konnten wir immer mit vollem Rückhalt rechnen. Wir haben uns sehr wertgeschätzt gefühlt.“
Einige der im Gesundheitsamt Bad Oldesloe arbeitenden Soldaten waren auch zusammen mit der 1. Kompanie im Impfzentrum der Stadt Lübeck eingesetzt, so auch Oberfähnrich Björn Grell. „Der Dienst im Impfzentrum umfasste im Grunde all das, was unter den Bereich Ablauf und Organisation fiel. Begrüßung, Fieber messen, Registratur, Beantworten von Fragen, Entlassung und Verabschiedung“ erklärt er. „Außerdem kam besonders mit der großen Zahl älterer zu impfender Personen in den ersten Wochen ein erheblicher Anteil an Unterstützung und Betreuung hinzu, sei es, Hilfe beim Ausfüllen eines Fragebogens oder einfach nur als ein stützender Arm oder Ansprechperson. Diese Momente sind mir aufgrund der Dankbarkeit und Positivität am stärksten in Erinnerung geblieben.“
Ein ganz anderes Aufgabenfeld erfüllten die 7 Soldaten der 2. Kompanie, welche Anfang des Jahres temporär in der Seniorenpension Büchen unterstützten. Sie waren vor allem mit der Vorbereitung und Ausgabe der Mahlzeiten betraut, unterstützten jedoch auch bei allen anfallenden Aufgaben, wenn sie gebraucht wurden. „Ohne die Jungs weiß ich nicht, wie wir es geschafft hätten“, sagt Sabine Hecht, Leiterin der Einrichtung in Büchen. Nachdem Sie aufgrund der Pandemie kurzfristig einen Teil ihres Personals ersetzen musste, sei die Bundeswehr „unkompliziert und ganz schnell vor Ort gewesen.“ Oberfeldwebel Scherf, Führer der Kräfte vor Ort in Büchen, betont die gute Zusammenarbeit. Die Arbeit sei etwas ganz anderes als das normale Aufgabenspektrum eines Soldaten, aber es tue gut, wenn die Bewohner sich schon darauf freuen würden, mit „ihren“ Soldaten zu sprechen. Neben den Gesundheitsämtern und Pflegeeinrichtungen unterstützen die Eutiner Aufklärer in Impfzentren und mobilen Impfstationen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
OL Linke
OF Grell