Die gemischte Aufklärungskompanie im Gefechtsübungszentrum des Heeres

Ein Übungsdurchgang mit Blick auf den eFP-Einsatz in Litauen im nächsten Jahr

Am frühen Morgen des 07.11.2022 bereitete sich die gemischte Aufklärungskompanie unter der Führung von Major Tilo W. (Chef 4.) auf den Marsch in das Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ) vor. Die Motivation der Soldaten und die Einsatzbereitschaft des Materials waren hervorragend und so begann ein zweiwöchiger Übungsplatzaufenthalt in der Altmark.

Gruppenbild der gemischten AufklKp mit Fahrzeugen. Aus der Luft fotografiert.
Wie für´s Familienalbum: Gruppenbild der gemischten AufklKp im GÜZ-Durchgang 19/22

Nach Erreichen des Truppenlagers PLANKEN wurden die Zelte bezogen, die bereits durch den Spieß und seinem Trupp vorbereitet worden waren. Die Freude war groß, denn sogar an Warmlufterzeuger war gedacht worden, die sich aufgrund der Witterung als äußerst zweckmäßig erweisen sollten. Von Beginn an war es für die Zugführer der Sensorenzüge (= die Wirk- und Einsatzmittel ) möglich, ihre Männer und Frauen auf die Einsatzübung vorzubereiten und sowohl die Abläufe, als auch die Verfahren nochmals zu beüben. Mit dabei übten dieses Mal auch die Kräfte der Gefechtsschadeninstandsetzung (GSI) der 1. Kompanie, zwei Spähtrupps der ROTEN ZWOTEN, eine leichte Spähgruppe der 3. Kompanie und aus der 4. Kompanie waren der KZO Zug, ein Radartrupp und der Gefechtsstand vertreten. Schon vorab lässt diese Zusammensetzung vermuten, dass die Aufklärungsmöglichkeiten bis weit hinter die Sicherungslinie des Feindes gegeben sind.

Die gemischte Aufklärungskompanie klärte dieses Mal für die Kräfte ROT auf, wir stellten also die feindlichen Aufklärungskräfte dar, die gegen BLAU, gestellt vom PzGrenBtl 401 aus Hagenow,  aufklären sollten.

Um die Lage und die Gefechte möglichst realitätsnah abbilden zu können, wurden alle Soldaten, Fahrzeuge, und Waffen mit dem laserbasierten Ausbildungsgerät Duellsimulator (AGDUS) ausgestattet, mit dem jeder Schuss und jeder Treffer sichtbar gemacht werden kann und dies auch dokumentiert, mogeln also nicht möglich.

Das Einfließen in die Stellungen und Verstecke wurde durch den zeitgleichen Übungsbeginn aller Teilnehmer erschwert. Trotz dieser widrigen Bedingungen überraschte zunächst die leichte Spähgruppe, welche unerkannt und schnell ein hervorragendes Versteck für die Auftragserfüllung beziehen konnte. Auch die Spähtrupps konnten durch einen listigen und verwegenen Einsatz wieder einmal beweisen, dass ihr Einsatzwert jederzeit als hoch zu bewerten ist. Die Spähtrupps umgingen unerkannt die feindlichen Feldposten und konnten so Aufklärungsergebnisse weit aus dem Rücken des Feindes liefern. Wie sich schnell zeigte, war auch der technische Aufklärungszug (TAZ) besonders durch den witterungsunabhängigen Einsatz eine Bereicherung. Die Motivation der dort eingesetzten Kameraden war so hoch, dass selbst ein feindlicher Trupp Scharfschützen für unsere Kräfte keine Gefahr mehr darstellte, nachdem der TAZ sich ihrer angenommen hatte. Auch für die Aufklärung aus der Luft war gesorgt. So war es dem System Kleinfluggerät Ziel Ortung (KZO) möglich, durch 17 Flüge und eine gute Auswertung der Luftbilder sowohl die gemeldeten Aufklärungsergebnisse zu  verifizieren, als auch die regelmäßige Bereitstellung der Rahmendaten für die Anforderung von Wirkungsunterstützung der Artillerie zu generieren.

Auch die GSI der 1. Kompanie war in enger  Zusammenarbeit mit dem Schirrmeister unverzichtbar. So wurde nicht nur ein feldmäßiger Radwechsel bei einem FENNEK während einer Verschnaufpause im Gefecht durchgeführt, sondern zu jeder Tag- und Nachtzeit konnten die auftretenden Mängel an Fahrzeugen aller Art behoben werden.

Abschließend lässt sich der Übungsdurchgang im GÜZ sowohl in Bezug auf das Können als auch auf das Zusammenwachsen zur Kampfgemeinschaft als ein Erfolg für die gemischte Aufklärungskompanie bewerten. Dies ist damit zu begründen, dass ein umfangreiches Lagebild generiert werden konnte, was durch die Leitung des GÜZ Verbandes mit einem besonderen Lob gewürdigt wurde. Auch die Zugführer unserer Sensoren haben den Mehrwert dieser Übung bestätigt, da es für die Meisten die erste Zusammenarbeit in einer gemischten Aufklärungskompanie war. Als Lehre und Zusammenfassung bleibt festzuhalten, dass die Übungsdurchgänge im GÜZ für Zusammenhalt sorgen und einen ausgeprägten Weiterbildungscharakter mit sich brachten.

OLt K.