Die NATO-Ostflanke bleibt auch im nächsten Jahr im Visier

Mit einem BrigadeSpähZug nach Litauen für eVA Bde LITHUANIA

Im 1. Halbjahr 2022 war das Aufklärungsbataillon 6 erstmals mit einer gemischten Aufklärungskompanie im Rahmen der verstärkten Vornepräsenz (enhanced Forward Presence/ eFP) in LITAUEN eingesetzt. Diese Mission sollte in 2023 fortgesetzt werden. Durch den fortgesetzten Angriff der RUSSISCHEN FÖDERATION auf die UKRAINE wurden diese Kräfte, welche ursprünglich nur als Verstärkungskräfte geplant waren, nun dauerhaft in LITAUEN stationiert.

Viele Soldaten stehen im Halbkreis vor dem Brigadegeneral, der den Auftrag erklärt. Bundeswehr gelände, im Hintergrund das Wachgebäude mit der Kasernenzufahrt
„Soldaten Halbkreis“ - Der BrigKdr erklärt und ordnet den neuen Auftrag ein

Lageentwicklung

Zur weiteren Sicherung der NATO Ostflanke – und um die die Geschlossenheit des Bündnisses zu bekräftigen – wurde im Rahmen der „verstärkten Wachsamkeits –  Aktivitäten“, in NATO-Englisch genannt „enhanced Vigiliance Activities (eVA) für LITAUEN (eVA Bde LTU) eine weitere robuste Brigade als neues Verstärkungselement und operative Reserve des deutschen Heeres bereitgehalten. Bis August 2023 liegt dieser Auftrag bei der 1. Panzerdivision (1. PzDiv) und wird durch Kräfte der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ (PzGrenBrig 41) gestellt.

Neben der im Rahmen von eFP/ 13. Rotation vorgesehenen gemischten Aufklärungskompanie „von 6“  hatte das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ darüber hinaus für den Auftrag „eVA Brigade LITHUANIA (eVA Bde LTU)“   einen Brigadespähzug (Anmerkung d. Red: nicht vergleichbar mit dem BrigSpähZg früherer HStrukturen), mit einem Führungselement sowie drei Spähtrupps FENNEK zu stellen.

Am 3. September 2022 verlegte der vorgeschobene Gefechtsstand der PzGrenBrig 41 als Forward Command Element (FCE) nach LITAUEN. Neben Teilen des Stabes und der Stabs- und Fernmeldekompanie der Brigade verlegte auch ein Sicherungselement, gestellt durch Teile des Jägerbataillons 413 und der o.a. BrigSpähZg. Am Standort EUTIN wurden alle Kräfte zusammengeführt, um in Anschluss nach KIEL zur Fähre nach LITAUEN zu verlegen.

Zuvor wurde jedoch die Anschlussversorgung mit Betriebsstoff und Verpflegung durch das AufklBtl 6 sichergestellt bevor der Brigadekommandeur, Brigadegeneral Christian Nawrat, sich an die Soldaten und Soldatinnen richtete und die Truppe auf den bevorstehenden Auftrag einschwor. Nach der darauf erfolgten Befehlsausgabe für den Marsch zur Fähre nach KIEL verlegte des FCE mit den Sicherungskräften und dem BrigSpähZg voraus in vier Marscheinheiten zum Hafen. Dort wurden Sie vom S3-Feldwebel des AufklBtl 6 aufgenommen und die Einschiffung begann.

Angekommen in KLAIPEDA, LITAUEN, verlegte die Marschgruppe im Gefechtsmarsch in den Einsatzraum nach RUKLA. Dort wurden die Kräfte aufgenommen und das FCE stellte umgehend Führungsbereitschaft her. Für den BrigSpähZg kam es in dieser Phase besonders darauf an, mit dem eigenen Führungselement Verbindung nach oben zum FCE herzustellen sowie die Verbindung nach unten zu den SpähTrps zu proben. Ziel war es, Handlungssicherheit beim Herstellen der Verbindung mit der übergeordneten Führung zu erlangen, um bei einem eventuellen Einsatz der Kräfte verzugs- und geräuschlos den Kernauftrag des Bataillons, „Auge und Ohr der Brigade“ zu sein, sicherzustellen.

Nach erreichen dieses Ziels machte sich der Chief Of Defence LITAUENS im Rahmen eines Besuchs in RUKLA selbst ein Bild und das FCE konnte offiziell in Dienst gestellt werden.

Bis mindestens August 2023 werden nun Kräfte des Brigadestabes und der Stabs- und Fernmeldekompanie in RUKLA verbleiben und als Nukleus für Ausbildungs- und Übungsvorhaben, aber auch für den schnellen Aufwuchs der „eVA Bde LTU“ im Falle eines Einsatzes, zu dienen. So werden im Jahr 2023 regelmäßig Verbände der PzGrenBrig 41 nach LITAUEN verlegen, um unter Führung dieses Kernelements weiter aufzuwachsen, so auch das AufklBtl 6. Die in der ersten, kurzfristigen Verlegung bewiesene Schnelligkeit und Leistungsfähigkeit wird dadurch noch weiter vertieft werden.

Nach gut einer Woche verlegten dann der BrigSpähZg sowie das Sicherungselement und Teile der Stabs- und Fernmeldekompanie wieder mit der Fähre von KLEIPEDA nach KIEL zurück und meldeten sich bei ihren Verbänden zurück.

Lagefortsetzung:

Erst vor wenigen Wochen wurde durch die NATO festgelegt, dass für die 13. Rotation der eFP die Aufklärungsanteile nicht durch DEUTSCHLAND, sondern durch NORWEGEN gestellt werden. Damit wurde die für 2023 geplante gemischte Aufklärungskompanie des AufklBtl 6 von diesem Auftrag entbunden. Der Kommandeur AufklBtl 6, meldete daraufhin die Verfügbarkeit dieser Kompanie an die Brigadeführung. Unmittelbar fiel der Entschluss, dass die freigewordenen Kräfte nun im Rahmen der eVA Bde LTU eingesetzt werden und der BrigSpähZg in der gemischten Aufklärungskompanie aufging. Somit verfügt die eVA Bde LTU über eigene Aufklärungskräfte in Kompaniestärke mit allen Fähigkeiten der Truppengattung – ausgenommen Feldnachrichten. Auf die gemischte Aufklärungskompanie des Bataillons kommt ein spannendes und forderndes Jahr 2023 zu, welches von intensiver Ausbildung und Übung in LITAUEN geprägt sein wird.

OTL v. W.