Blaue Stunde

Entwicklung des Bataillons und der Heeresaufklärungstruppe

Nach wie vor ist die Blaue Stunde eine beliebte Veranstaltung des Aufklärungsbataillons 6 mit Öffentlichkeitswirksamkeit, denn auch die erste Informationsveranstaltung dieses Jahr war mit rund 70 Gästen gut besucht.

Hauptmann Christoph B. trägt vor zur wechselvollen Geschichte des AufklBtl 6 „Holstein“

Thematischer Aufhänger war das 65. Dienstjubiläum des Bataillons, das zuerst noch als Panzeraufklärungskompanie 6 in Lingen an der Ems in Dienst gestellt worden war.
Einleitend verortete der Kommandeur, Oberstleutnant Dr. Hoffmann, das Aufklärungsbataillon auf den drei tragenden Säulen: Professionalität, Korpsgeist und Verwurzelung in der Region. Die 28 erfolg- und lehreichen Auslandseinsätze der Eutiner Aufklärer sind Resultat und Exempel der Auftragserfüllung auf diesen Säulen.
Im ersten Kurzvortrag stellte Leutnant Jean-Paul K. die Fortschreibung der Bataillonschronik vor.
Diese war 2008 zum fünfzigjährigen Jubiläum unter Federführung des heutigen Kommandeurs herausgebracht worden. Sie wird jetzt neugestaltet und um den Afghanistaneinsatz und die Folgen des Ukrainekonflikts ergänzt.
Im nachfolgenden Vortrag von Hauptmann Christoph B. ging es dann um die Entwicklung der Heeresaufklärungstruppe und Panzeraufklärungsbataillon 6, später Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“. Viele anwesende Ehemalige „6er“ waren Zeitzeugen dieses oft schwierigen Prozesses.

1956 wurde die Panzeraufklärungstruppe aufgestellt. Innerhalb der neuen Truppengattung war jeder Heeresdivision ein Panzeraufklärungsbataillon (PzAufklBtl) zugeordnet.

Das seit 1961 in Eutin beheimatete PzAufklBtl 6, später Aufklärungsbataillon 6 war in dieser Zeit von zahlreichen Umgliederungen betroffen. Die markanteste Zäsur war die Aufgabe der Fähigkeit „Kampf“, verbunden mit der Abgabe der „schweren Teile“, den Leoparden, denn von Aufstellung bis ins Jahr 1992 war auch Aufklärung durch Kampf immer Auftrag und teilweise Kernelement des Verbandes. Dazu verfügte das Bataillon zuerst über den leichten Panzer M41 aus amerikanischer Produktion, später auch über den Leopard 1 und Leopard 2. Auch an den Luchs werden sich viele mit Wehmut erinnern.
Zur Erinnerung: 1982 verfügte das PzAufklBtl 6 über insgesamt 62 gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, was sicher der Höhepunkt der Durchsetzungsfähigkeit war.
Beginnend 1992 setzte die Heeresaufklärungstruppe mit der Konzentration auf die Fähigkeit zu umfassender Aufklärung verstärkt auf den Einsatz von Sensoren. So begann 2002 die Einführung des Spähwagens Fennek und von unbewaffneten Aufklärungsdrohnen und anstelle von Aufklärung durch Kampf etablierte sich der Begriff der Spähaufklärung.
Für 20 Jahre lag nun der Fokus auf Stabilisierungsoperationen im Ausland und die Truppengattung entwickelte sich in diese Richtung. Unter dem Eindruck des Russischen Angriffs auf die Ukraine gewann Landes- und Bündnisverteidigung wieder an Bedeutung.

So zeichnet sich wieder eine Neuausrichtung ab. Zukünftig soll das Aufklärungsbataillon 6 nicht mehr auf der Brigadeebene sondern wieder auf der Divisionsebene eingesetzt werden – aber weiterhin in Eutin stationiert bleiben. Einen Ausblick auf die neue Struktur gab der Kommandeur im dritten Vortrag des Abends und leitete dann zur Diskussion über, die besonders von Fragen zur Materiallage beherrscht wurde.

L Adrian F.