Invictus Games (IG)

Sportlicher Wettkampf der Unbesiegten,
unbesiegt im Kampf und im Leben

Die Invictus Games sind ein mehrtägiges internationales Sportereignis für Soldatinnen und Soldaten, die durch Verletzungen im Einsatz, im Dienst oder durch Erkrankungen an Körper und Seele bleibende Beeinträchtigungen erlitten haben.
Diese Spiele wurden von dem Duke of Sussex, Prince Henry Charles Albert David (Prinz Harry) 2014 ins Leben gerufen. Es sind bereits die sechsten Spiele, die in diesem Jahr in Düsseldorf, 9. bis 16. September, ihren Austragungsort fanden. Erstmalig wurden verletzte, in Mitleidenschaftgezogene Personen aus sogenannten „Blaulicht-Dienststellen“ zugelassen, wie z.B. der Polizei, der Feuerwehr oder der Unfallhilfe. Eine große Gemeinsamkeit, die uns verbindet, ist das eigene Leben für andere einzusetzen.

Sitzvolleyball – Spielstand DEU 15 : 9 ROU
Sitzvolleyball – Spielstand DEU 15 : 9 ROU

Wir, dass AufklBtl 6 „Holstein“, nahmen mit einer Abordnung von ca. 40 Personen und einer Gruppe, die sich aus Einsatzgeschädigten, Peers und Lotsen zusammengesetzt hat, teil. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe unsere Soldatinnen und Soldaten in einer Unterrichtung auf den Besuch der IG 2023 in Düsseldorf vorzubereiten. Unter anderem war es wichtig die Entstehung, Entwicklung und Geschichte der IG zu verdeutlichen, aber vor allem zu erklären, dass unser Besuch nicht einfach nur zum anfeuern der Athleten dient und man danach wieder mit dem Bus verschwindet. Denn wer sich noch gar nicht mit Tod und Verwundung aus einander gesetzt hat, wird vor Ort zwangsläufig damit konfrontiert. Bei diesen Spielen sahen und hatten wir Begegnungen mit Kameradinnen und Kameraden, die mit physischen und psychischen Verletzungen, Einschränken an den verschiedensten Disziplinen teilnahmen.
Eine ganz besondere Stimmung und „Vibrationen“ lagen hier in der Merkator Arena in der Luft. Bei dem Thema Tod und Verwundung kann einem schon der Atem stocken, bzw. lässt es einen nachdenklich werden, aber Versehrte Kameradinnen und Kameraden in den verschiedensten Disziplinen zu sehen, haut einen glatt weg um! Hier bei den Invictus Games in Düsseldorf mit dabei gewesen zu sein, „flasht“ mich immer noch. Man spürte bei allen Athleten die zurück gewonnene Lebensfreude, nach einem langen, oft sehr langen Weg ihrer Rehabilitierung. Vor allem möchten sie aussagen seht her was ich kann. Mir war es nicht nur als Lotse für Einsatzgeschädigte, sondern vor allem als Kamerad wichtig, denen die nicht unversehrt aus den Einsätzen zurückkehrten die Möglichkeit zu geben, diese Lebensfreude und -willen sowie den Mut der Wettkämpfer spüren und sehen zu lassen.
Zum Schluss möchte ich mit den Sätzen von William Ernest Henley, die er in seinem Kampf gegen seine Krankheit (Knochentuberkulose) verfasst hat, enden.


I am the master of my fate. I am the captain of my soul.
(Ich bin der Meister meines Los’. Ich bin der Käpt’n meiner Seel`.)
Gedicht von William Ernest Henley (1849–1903)

Das Interessante an diesem Gedicht ist, dass es der Frontmann von Coldplay (Chris Martin), einer britischen Musikband, für Prinz Harrys Invictus-Games vertont hat und es jetzt als Hymne der IG steht.

SF Michael S.