Die Kameradschaft bei der Gefechtsstandausbildung “von 6”
Gefechtsstände mussten schon immer besonderen Anforderungen an Führung und Verbindung, Mobilität und Flexibilität, Tarnung und Schutz gerecht werden. Jeder kann sich vorstellen, dass ein Gefechtsstand, wie viele unserer Mitglieder ihn aus „ihrer Zeit des kalten Krieges“ noch kennen, den heutigen Führungsanforderungen in multinationalen Einsätzen auf einem digitalisierten, extrem vernetzten und hochdynamischen Gefechtsfeld in keiner Weise mehr gerecht werden kann.
So lag es nahe, die Gefechtsstandausbildung des Bataillons in Vorbereitung der anstehenden Übung ALLIED SPIRIT für einen kleinen Info-Besuch zu nutzen. In Verbindung mit unserer routinemäßigen Dienstagsrunde (immer dienstags um 09.30 Uhr) hatte unser 1. Sprecher diesen Blick hinter die Kulissen abgesprochen, in die Zellen und Zentralen, auf die Führungsmittel und Ausstattung von heute.
Der stv. Kommandeur, OTL Michael H. begrüßte unsere kleine Gruppe und der S6 Offizier, Hauptmann Stephan B. hatte es übernommen, diese kleine Einweisung persönlich durchzuführen. Vielen Dank dafür.
Erster Eindruck: ganz schön groß, getarnt wie früher, abgesichert mit S-Drahtrollen, Alarmstellungen, einige Teile räumlich abgesetzt wie z.B. der „Gefechtsstand Rück“ oder ein integriertes dänisches Gefechtsstandelement. Dies war allen Teilnehmern noch weitgehend bekannt.
Dann kamen wir in die Neuzeit. Hauptmann B. gab uns zunächst einen Überblick in die Grundstruktur, in die aufgebauten SAT-Anlagen und Spezialantennen für die Kommunikation auch mit den verbündeten Streitkräften, er erläuterte das Energiemanagement, auch mit Solarpaneelen für die Stromerzeugung, die mobile IT-Ausstattung für den Betrieb der vielen vernetzten PCs und der digitalen Führungs- und Informationssysteme, alles mobil und auf Lkw verlastet. Natürlich muss auch alles redundant vorhanden und betrieben werden, um nicht bei einem Gefechtsstandwechsel oder durch Feindeinwirkung führungslos zu sein.
Es gab viele, sehr viele Fragen. Alle wurden beantwortet. Immer kam ein breites Grinsen auf, wenn gesagt wurde: „natürlich führen wir nach wie vor auch eine analoge Karte und analoge Gefechtsstandübersichten wie früher“, oder „das machen wir jetzt wieder wie früher – weil es sich bewährt hat“.
Die Erkenntnis daraus: modern ist nicht per se besser, früher war nicht alles schlecht. Und dass Drill und ständiges Üben der Abläufe und Verfahren im Team unverzichtbar sind, wussten schon die Altvorderen.
Ein letzter Kommentar war: „Unsere Gefechtsstände von damals kommen mir fast wie aus Dino- Zeiten vor“.
W. H.