Der Mensch (Soldat) im Mittelpunkt

Was verbirgt sich eigentlich hinter den Begriffen Peer, Moderator und Lotse EGS (Lotsinnen und Lotsen für Einsatzgeschädigte). Diese drei Wörter haben nur eine einzige Gemeinsamkeit, nämlich den Menschen.

In meinem bisherigen militärischen Werdegang vom Spähtruppführer über die Feldnachrichtentätigkeit bis hin zu meiner jetzigen Verwendung im Stab, insbesondere als Leiter der Familienbetreuungsstelle und des Lagezentrums konnte ich meine soziale Charaktereigenschaft durch alle drei Lehrgänge weiter stärken. Für alle drei erworbenen Zusatzqualifikationen werden regelmäßig Weiterbildungen, sogenannte Qualitätszirkel durch unsere TrPsych der PzGrenBrig 41 verpflichtend durchgeführt, ebenso vom Kdo Heer und der Lotsenleitstelle in Koblenz. Weiterhin möchte ich in diesem Jahr den Lehrgang „Suchtprävention“ absolvieren. Ein Leitspruch von mir lautet:

„Wenn Zuhören zur Hilfe wird.“

Alle drei Lehrgänge (Trainings) finden in Koblenz am Zentrum Innere Führung (ZInFü) statt. Beleuchten wir einmal die Definitionen und ihre Aufgaben:

Peer; der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Gleichwertige oder Ebenbürtige; frei übersetzt einer von ihnen, einer aus ihrer Mitte. Peers sind sogenannte psychologische Ersthelfer, sie werden im Bedarfsfall (Notfall) durch die Truppenpsychologie, die gleichzeitig die fachliche Leitung trägt, eingesetzt und aktiviert. Sie sind geschult im Umgang mit Soldatinnen und Soldaten, die Belastungen oder Extremsituationen (z. B. Tod, Verwundung, Gefecht, u.o.ä.) ausgesetzt waren. Der Lehrgang lautet: „Unterstützungspersonal für Notfallpsychologie und psychologische Krisenintervention – Peer Ausbildung“.

Moderator; ist eine Person, die ein Gespräch lenkt oder in einer Kommunikation vermittelt. Die Tätigkeit selbst bezeichnet man als Moderation. Die Moderatoren werden in den Einsatznachbereitungsseminaren (ENS) eingesetzt. Damit sind sie verantwortlich für die Durchführung der Gruppengespräche und führen dazu strukturierte Gruppen-Reflexionen durch. Teilnehmer dieser Seminare sind alle Soldatinnen und Soldaten, die an einem Einsatz, einer Einsatzgleichen Verpflichtung sowie Missionen teilgenommen haben. Dieses Training heißt: „Moderation in der Einsatznachbereitung“.

Lotse EGS; hat in diesen Zusammenhang keinen nautischen Hintergrund, dennoch leiten, lenken, begleiten und helfen sie Betroffenen niederschwellig und dabei „auf Augenhöhe“ sich an die richtigen Fachberatungsstellen (PSN) und Partner im Netzwerk der Hilfe zu wenden. Dabei begleiten sie diese Personen ohne selbst eine fachliche Beratungsleistung zu erbringen und fördern das eigenständige handeln.

Sie sind dazu ausgebildet, die Disziplinarvorgesetzten in deren Auftrag bei der anspruchsvollen Fürsorgeverpflichtung von EGS zu unterstützen. Diese Ausbildung heißt: „Lotsin bzw. Lotse für Einsatzgeschädigte.“

Für alle drei „Nebentätigkeiten“ gelten die uneingeschränkte Freiwilligkeit sowie ein hohes Maß an sozialer Kompetenz (insbesondere Empathie, Wertschätzung, Kommunikationsfähigkeit), weiterhin bedarf es an Planungs- und Organisationsgeschick. Für die Tätigkeit des Lotsen EGS und Peer sind weitere wichtige Kriterien, wie eine ausgeprägte psychische Stabilität und charakterliche Reife/ Authentizität (z.B. durch Einsatz-, Berufs-, Lebenserfahrung), zwingend erforderlich. Loyalität, Verschwiegenheit gehören ebenso zum Anforderungsprofil.

Stellen sie ihre Fragen u.a. an die KpChef´s, KpFw, Vertreter
vom PSN, Lotsen, Peers, Moderatoren oder an die TrPsych
PzGrenBrig 41.
SF Michael S.