„Discovery Days“ – „Entdecker-Tage“
ein Angebot der Bundeswehr an grundsätzlich interessierte junge Leute, die Streitkräfte als potenziellen Arbeitsplatz für sich „zu entdecken“.
Nach der erfolgreichen Durchführung im Jahr 2023 war die 4./ Kompanie erneut die verantwortliche Einheit für die Discovery Days 2024, die am 1. Juli stattfanden. Auch in diesem Jahr standen erneut 25 Jugendliche oder junge Erwachsene im Altersband zwischen 16 und 19 Jahren vor den Toren der Oberst-Hermann Kaserne, um einen hautnahen Einblick in den Alltag der Truppe zu gewinnen. Die Zielsetzung der Veranstaltung war dabei unverändert die Absicht der Personalgewinnung für die Laufbahnen der Unteroffiziere mit Portepee sowie Offiziere. Das Konzept des letzten Jahres, den Standortübungsplatz für ein 5-tägiges Erlebnisbiwak zu nutzen, wurde hierfür aufgrund des sehr positiven Teilnehmerfeedbacks aus dem Vorjahr ebenfalls beibehalten. Begonnen wurde die Veranstaltung am frühen Abend mit der Begrüßung der Teilnehmer und dem anschließenden Tausch der zivilen gegen dienstlich gelieferte Bekleidung sowie Ausrüstung. Auf dem Standortübungsplatz wurden die Teilnehmer dann in fünf Kleingruppen umgegliedert und begannen mit der Einrichtung ihres Nachtlagers unter Aufsicht der zugeteilten Gruppenführer und Hilfsausbilder. Anschließend gab es noch eine kleine Vorstellungsrunde im Schein des Lagerfeuers in Verbindung mit der Einweisung in den nächsten Tag.
Der nächste Tag begann um 04:45 Uhr mit einem Pfiff der Trillerpfeife und dem täglich angesetzten Frühsport, bei dem sich die durchweg hoch motivierten Teilnehmer das Frühstück redlich verdienten. Im Anschluss zeigten einige leichte Späher aus der 3./ Kompanie Grundlagen zum Thema Versteckbau und stellten ihre spezialisierte Ausrüstung vor. Danach begann die Zubereitung des Mittagessens aus dem allseits beliebten EPA. Um auch während dieser Discovery Days Veranstaltung den Wettkampfcharakter anzufeuern, führten die Gruppen anschließend einen Orientierungsmarsch als ersten von insgesamt drei Vergleichswettkämpfen durch. Der bis dahin körperlich recht anspruchsvolle Tag endete mit Beginn der Abenddämmerung bei einer Lehrvorführung „Hören und Sehen bei Nacht“. Am Mittwoch wurde direkt nach dem Frühsport mit dem zweiten Vergleichswettkampf, einer kleinen Schlauchbootregatta auf dem Eutiner See vom Wasserausbildungsplatz aus begonnen. Wieder zurück in der Kaserne, wurde der Nachmittag ausgestaltet mit einer Kletterausbildung, bestehend aus einem einfachen Seilsteg und einer Vertrauens- und Mutprobe, welche bei allen Teilnehmern gleichermaßen für Begeisterung sorgte. Das Abendessen im Eutiner Brauhaus stand im Sinne der gesamten Maßnahme im Zeichen des Erfahrungsaustausches zwischen Soldaten und jungen Erwachsenen, welche sich für eine Laufbahn in den Streitkräften interessieren. In diesem Jahr hat sich das Wetter während der gesamten Durchführung gehalten, sodass keine Zwangsverlegung des Nachtlagers von Nöten war. Daher begann auch der Donnerstagmorgen wieder mit dem Frühsport auf dem Standortübungsplatz. Neben einer kurzen Formaldienstausbildung stand der Vormittag dabei ganz im Zeichen des Fähigkeitsspektrums der Heeresaufklärungstruppe. Hierfür zeigten alle Kompanien ihr Großgerät bei einer statischen Waffenschau und unterstützen ebenfalls mit Personal, um den andauernden Erfahrungsaustausch mit gelebter Praxis und dem theoretischen Fachwissen zu verbinden. Abgerundet wurde der Vormittag mit der Überwindung der Hindernisbahn im Gruppenrahmen, welches zwischen den Einzelhindernissen jeweils von einem militärischen Quiz unterbrochen wurde.
Den Höhepunkt der Woche bildeten jedoch die Geländefahrten mit den Gefechtsfahrzeugen TPz Fuchs, Fennek und anderen Kleinfahrzeugen über die Geländelehrbahn sowie den gesamten Übungsplatz. Die ausgezeichneten Fähigkeiten der Kraftfahrer konnten hier das Schlimmste verhindern, sodass es trotz eines Wildunfalls keine Verletzten gab. Der Nervenkitzel blieb jedoch bei allen Beteiligten sowohl auf Teilnehmer als auch Ausbilderseite bis in die späten Abendstunden spürbar. Die Siegerehrung auf dem Übungsplatz in Verbindung mit einem Abschiedsgrillen und der Übergabe von Urkunden, Erinnerungsfotos und Abschiedsgeschenken läutete formal das Ende der Discovery Days ein.
Am Lagerfeuer fanden sich alle in einer melancholischen Stimmung wieder, da die Woche viel zu schnell vergangen war. Bis zur letzten Minute wurden dennoch persönliche Gespräche mit dem Ausbildungspersonal und Gleichgesinnten gesucht. Die entstandene Kohäsion und Verbundenheit aller Beteiligter zeigte sich ein letztes Mal bei der Verabschiedung der Teilnehmer mit dem Schlachtruf der Heeresaufklärer.
Für mich als betrauten Projektoffizier bildete diese Woche erneut eine abwechslungsreiche Erfahrung, welche meinen Eindruck aus dem letzten Jahr bestätigte. Die Zielsetzung des intensiven Erfahrungsaustausches zwischen Teilnehmern und Soldaten wurde voll erfüllt und ich konnte auch in diesem Jahr eine herausragende Motivation bei dem Ausbildungspersonal feststellen. Ich möchte mich daher bei allen Beteiligten für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung sowie die Möglichkeit der zweiten Durchführung bedanken!
OLt Felix Sch.