2. Quartalsappell
Der erste Appell des neuen Kommandeurs nach dem Kommandowechsel
Der Appell zum Kommandowechsel war gerade erst vorbei und schon stand der nächste Appell an, der Quartalsappell als erste Zwischenbilanz, eine knappe Bewertung und ein Fokus auf die nächsten Herausforderungen, aber auch und für besondere Personalmaßnahmen vor der Front. Zahlreiche geladene Gäste waren gekommen, sicher auch, um einen Eindruck von dem neuen „Alten“ zu bekommen, von seinem Denken, seiner Einschätzung und Bewertung der eigenen Lage und den anstehenden Aufgaben.
Gleich zu Beginn gestand der Kommandeur ein, nicht mit der Chance, noch einmal in seinem ihm sehr vertrauten Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ dienen zu dürfen. Für ihn fühle sich die Rückkehr nach Eutin an, wie „nach Hause zu kommen“.
Dann skizzierte der Kommandeur die aktuellen Themen: Einsatz von Kräften im Kosovo, die Ausbildung ukrainischer Soldaten gemeinsam mit anderen Einheiten der PzGrenBrig 41 auf dem TrÜbPlatz Altengrabow sowie einigen „Einzelabstellungen für einsatzgleiche Verpflichtungen“ im Rahmen der NATO-Missionen in Litauen. Dieser Fahrplan wird das IV. Quartal und auch die Zeit nach dem Jahreswechsel bestimmen. Er machte deutlich, dass man für all diese Aufträge mit dem vorhandenen Großgerät auskommen müsse, „denn mit diesem Material müssten wir auch ins Gefecht ziehen“.
Im nächsten Teil des Appells ging es um das Personal: Auszeichnungen, Beförderungen und Ernennungen zum Berufssoldaten vor der Front sind für die betroffenen Soldaten immer etwas Besonderes und wurden vom Kommandeur entsprechend zelebriert. Jedoch bei der Verabschiedung von zwei altgedienten Eutiner Urgesteinen wurde es persönlich und emotional. Oberstleutnant Fetzer verabschiedete mit sehr persönlichen Worten zunächst Stabsfeldwebel Dirk Schneider, den „Doktor“, der seine militärische Laufbahn noch in der NVA der ehemaligen DDR begonnen hat und seit 1992 in der Bundeswehr dient. Seit 2003 war Schneider Angehöriger des Bataillons und durchlief dabei diverse Verwendungen, zuletzt war er mit großem Elan als Simulator-Feldwebel eingesetzt.
Der Kommandeur verabschiedete Schneider mit den Worten: „Das Bataillon verliert mit dir einen vorbildlichen und leistungsstarken Unteroffizier mit Portepee“ und nannte ihn „ein echtes Unikat“. Dann folgte ein fester und sehr langer Händedruck. Als zweiter Unteroffizier mit Portepee wurde Oberstabsfeldwebel Hartmut König in den Ruhestand verabschiedet, der 1989 Soldat wurde und nahezu in der gesamten Zeit in Eutin im Aufklärungsbataillon 6 gedient hat. Er hat sein Handwerk von der Pike an gelernt und zahlreiche Verwendungen durchlaufen. Sein Wissen und Können , aber auch seine Haltung und Pflichterfüllung konnte er bei mehreren Auslandseinsätzen beweisen. Zuletzt war König als S3-Feldwebel eingesetzt. Hier hat er sich mit seiner ganzen Erfahrung und seinem ausgeprägten Vorschriftenwissen als „Koryphäe“ stark und erfolgreich eingebracht – und hier hat er sich auch seinen Spitznahmen „Korinthe“ erarbeitet.
Zum Abschied konnte Oberstabsfeldwebel König noch einmal auf seinen früheren Spähpanzer LUCHS aufsitzen und die Front der Appellaufstellung abfahren. Die Kompanien verabschiedeten ihn dabei mit einem vielstimmigen „Horrido – Joho“.
Mit dem Holsteinlied und der Nationalhymne ging der Appell zu Ende.