Wenn einer eine Reise tut

Ein besonderer Tag bei Rheinmetall Kiel und im Marine-Ehrenmal Laboe

15 Teilnehmer der Kameradschaft haben einen sehr interessanten Tag mit Weiterbildungscharakter in KIEL erlebt. Durch eine persönliche Verbindung des 1. Sprechers zu unserem Mitglied, Herrn Hptm d. R. Pfeil, heute Mitarbeiter beim renommierten Rüstungsunternehmen RHEINMETALL LANDSYSTEME in KIEL, ergab sich die Möglichkeit eines Besuchs einer speziellen Produktionsabteilung dieses Unternehmens.

Wir hatten die besondere Gelegenheit, Einblicke in eine Eigenentwicklung von RHEINMETALL, den neuen Schützenpanzer LYNX, zu bekommen, der aktuell wohl eher für den Export als für die Bundeswehr gebaut wird. Dieses moderne Kettenfahrzeug wurde 2016 erstmals vorgestellt und mittlerweile an die aktuellen Bedrohungslagen angepasst. Er wird in unterschiedlichen Ausführungen für verschiedene NATO-Partner in unterschiedlichen Nutzungskonzepten entwickelt und angeboten.

Der SPz LYNX kann mit einer stabilisierten Maschinenkanone im Kaliber 30 oder 35 mm ausgestattet werden und Ziele in mittlerer Kampfentfernung auch aus der Bewegung bekämpfen. Der LYNX steht für Vielfalt, Robustheit und Modernität und ist mit dem – zugegeben unter anderen Rahmenbedingungen bereits vor 20 Jahren entwickelten – SPz PUMA der Bundeswehr vergleichbar. Der Panzer hat uns alle sehr beeindruckt. Er gibt auf die heutige Bedrohungslage mit unterschiedlichen internationalen Anforderungen sehr überzeugende und effektive Antworten. Für die umfangreichen Informationen zu Besonderheiten in der Konstruktion und technischen Modularität gebührt Herrn Pfeil ein ganz besonderer Dank.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Betriebskantine starteten wir dann zum zweiten Programmteil des Tages und erreichten – entlang der Innenförde und vorbei an den Kreuzfahrschiffen – das Marine-Ehrenmal in LABOE – heute die weltweit einzige „Internationale Gedenkstätte für die auf den Meeren gebliebenen Seeleute aller Nationen“.

Vor Ort wurden wir vom Besucherbeauftragten des Deutschen Marinebundes, Herrn Lantau in ca. 2 Stunden in die Vorgeschichte und das Entstehen, vor allem aber in die wechselvolle Geschichte und Zweckbestimmung dieses weltweit einzigartigen Mahnmals eingewiesen.

Der Bogen spannte sich von den Geschützanlagen zum Schutz der Kieler Förde über den Bau des Marine-Ehrenmals zum Zweck des Heldengedenkens an die Gefallenen der Deutschen Marine des 1. Weltkrieges bis zur heutigen Bestimmung als internationale Gedenkstätte.

Am 30. Mai 1936 wurde der mit 85 Metern weithin sichtbare Turm mit viel politischer Prominenz und hochrangigen Vertretern der Deutschen Marine in einer großen Feierstunde eingeweiht. Die wechselvolle Geschichte wird in der Fahnenhalle mit den früheren Reichskriegsflaggen bis zur heutigen Bundesdienstflagge deutlich, aber auch durch die plakative Darstellung der hohen Verluste an Menschen und Material in den Weltkriegen. Die heutige Bestimmung als internationales Denk- und Mahnmal wird eindrucksvoll belegt durch die Vielzahl von Kranzschleifen aus aller Welt .

Zur Anlage des Ehrenmals gehörte von Anfang an neben dem Turm auch eine unterirdische Gedenkhalle, quasi auf den Fundamenten der früheren schweren Geschützanlage. Dort finden alljährlich internationale maritime Gedenkveranstaltungen statt. Ein weiteres Highlight ist darüber hinaus ein musealer Ausstellungsbereich mit Zahlreichen bekannten und berühmten Schiffsmodellen und weiteren Themenbereichen.

Auch das U-Boot U 995 ist als technisches Museum ein bedeutender Teil des Marine – Ehrenmals. Dieses Boot wurde 1943 in Dienst gestellt und war damals eins von 663!!! Booten dieses Typs. Nach Ende des Krieges lag U 995 in der Werft von TRONDHEIM. Die norwegische Marine übernahm das Boot als Kriegsbeute und stellte es 1952 unter dem Namen „ KNM KAURA „ wieder in Dienst. 1965 gab Norwegen das Boot als Zeichen der Versöhnung mit dem Wunsch an Deutschland zurück , dass dieses Boot als Zeitzeugnis und Mahnmal für Frieden eine würdige Nutzung finden sollte.

Zusammenfassend können alle Teilnehmer an dieser sehr interessanten „Bildungsreise“ nach KIEL nur feststellen, dass dies eine sehr aufschlussreiche und lehrreiche Veranstaltung war, mit einer guten Organisation und sehr engagierten Präsentatoren. Ich spreche daher allen an der Organisation und Umsetzung dieser tollen Idee beteiligten Akteuren ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön aus.