Das bataillon unter neuer Führung

Öffentlicher Appell zum Kommandowechsel von Oberstleutnant Dr. Hendrik Hoffmann an Oberstleutnant Andreas Fetzer auf dem Eutiner Marktplatz

Das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ hat einen neuen Kommandeur. Oberstleutnant Andreas Fetzer hat am 29. August 2024 das Kommando von Oberstleutnant Dr. Hoffmann übernommen. Bei strahlendem Sommerwetter fand der Übergabeappell auf dem neu gestalteten Marktplatz im Herzen der Garnisons- und Patenstadt statt. Zu diesem Anlass waren nicht nur zahlreiche Gäste aus der Bundes-, Landes- und Lokalpolitik nach Eutin gekommen, sondern auch Vertreter von vielen Verbänden und Vereinen, der großen Blaulicht-Organisation und der Bundeswehr, der Presse und der Kirche – insgesamt ein Beleg für die breite Vernetzung und tiefe Integration des Bataillons in der Region. Auch zahlreiche interessierte Gäste verfolgten das militärische Zeremoniell. Nach dem Einmarsch der Ehrenformation und dem Abschreiten der Front verabschiedete sich der scheidende Kommandeur mit einem kurzen Rückblick auf die zahlreichen Übungen und Einsätze, die alle unter das Stichwort der „Zeitenwende“ fielen: „Wir haben auf vielen Hochzeiten getanzt“, resümierte der Kommandeur mit einem Augenzwinkern, „ und wenn uns zum Tanzen die Schuhe fehlten, ging es eben barfuß weiter“, – ein kleiner Seitenhieb auf die immer noch mangelhafte Ausstattung und Infrastruktur.

Keinen Zweifel ließ der scheidende Kommandeur hingegen an der Motivation, der Professionalität und Integrität seiner Frauen und Männer aufkommen. Dafür zeichnete er das Bild von den drei tragenden Säulen: vom Korpsgeist („Der Reitergeist ist unsere DNA“), von der Professionalität („Chapeau dafür, Kameraden, gut gemacht“) und von der aktiven Partnerschaft mit vielen Organisationen und der Vernetzung mit der Region („Wir sind dankbar für die entgegengebrachte Wertschätzung“).

Zusammenfassend stellte er fest: „Garant für den Frieden bleibt die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für den Ernstfall gerüstet zu sein.“ Diesen Gedanken griff auch der Eutiner Bürgermeister, Sven  Radestock, auf und favorisierte nicht den Begriff der Kriegs-tüchtigkeit, sondern eher die Wehrhaftigkeit, „…und dies ist nicht nur Aufgabe der Profis, der Soldaten, sondern aller. Wir müssen den Soldaten den Rücken stärken“.

Auch Brigadegeneral Ralf Peter Hammerstein, Kommandeur der vorgesetzten Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“, griff in seiner Rede den Begriff der Zeitenwende auf und bescheinigte dem scheidenden Kommandeur, dass er die Anforderungen der Zeit erkannt habe und das Bataillon mit Mut und Verstand, aber auch mit Fingerspitzengefühl und dem Blick für das Machbare, geführt habe. In der neuen Verwendung bei der NATO in Brüssel werde Oberstleutnant Dr. Hoffmann in Zukunft als deutscher militärischer Vertreter die deutschen Positionen einbringen. Er riet ihm, stets das Motto des Aufklärungsbataillons 6 zu beherzigen: „Nicht besser, sondern anders sein!“


An Oberstleutnant Fetzer gerichtet sagte er: „Sie kennen das Bataillon gut und können daher schnell Fahrt aufnehmen.“ Oberstleutnant Fetzer war bereits mehrmals im Bataillon eingesetzt und hat das Aufklärer-Handwerk von der Pike auf gelernt. Zuletzt war er im Bataillon als stellvertretender Kommandeur eingesetzt und kennt daher den Standort und die Rahmenbedingungen bestens aus eigener Erfahrung. Dann wurde es protokollarisch: Truppenfahne vortreten – Meldung zur Übergabe – Entbindung vom Kommando – Übertragung des Kommandos – Meldung der Übernahme. Der Kommandowechsel war vollzogen. Jetzt grummelten im Hintergrund Motoren und ein Spähwagen „Fennek“ und ein Transportpanzer „Fuchs“ fuhren vor, um mit dem „Alten“ letztmalig hoch aus der Luke an seinen Soldaten vorbei zu defilieren. Mit dem Schlachtruf „horrido – joho“ in den Ohren verließ Oberstleutnant Dr. Hendrik Hoffmann schließlich den Appellplatz. Für die Gäste ging es dann – vorbei an einem Husaren hoch zu Ross – in den Rittersaal des Eutiner Schlosses zum stilvollen Empfang mit vielen Begegnungen und Gesprächen.

OTL Michael Hertel