Die Tradition lebt weiter

Die Ausbildungswoche der Heeresaufklärungstruppe: Vom Wettstreit zur Ausbildung

Der legendäre Boeselager-Wettkampf, der von 1970 bis 1996 die Panzeraufklärer und multinationale Gäste zusammenbrachte, ist zwar Geschichte, doch sein Geist lebt weiter. Der Wettkampf, benannt nach dem Widerstandskämpfer Georg Freiherr von Boeselager, war mehr als nur ein militärischer Vergleich. Er war wohl einer der bekanntesten deutschen Militärwettkämpfe überhaupt. Gemessen wurde sich in den verschiedensten Disziplinen, die die Kernaufgaben der Truppengattung widerspiegelten. Eutin konnte sich dabei gleich zweimal als Sieger feiern lassen: 1987 in Hessisch-Lichtenau und 1996 in Lüneburg. Doch die Zeiten änderten sich. Zunehmende Bündnisverpflichtungen führten zum Absagen des 1998 geplanten Wettkampfes und in der Folge zum Ende der Wettkampfära.

Ersatz wird geschaffen
Ein neues Kapitel entstand mit der ersten Ausbildungswoche der Panzeraufklärungstruppe. 2002 fassten die damaligen Kommandeure der Panzeraufklärungsbataillone den Entschluss, als Ersatz für den Wettbewerb eine Ausbildungswoche einzuführen. So kam es, dass das PzAufklBtl 13 in Gotha die erste Ausbildungswoche 2003 durchführte. Ein Konzept ohne Wettkampfcharakter. Im Schwerpunkt stand von nun an der Austausch von Erfahrungen und die Intensivierung und die Verbesserung der Ausbildung. Der Grundgedanke ist simpel: Anstatt sich gegenseitig zu übertrumpfen, lernen die Soldaten voneinander. Ausbildungsthemen waren hier: Spähtrupp-Parcours, Militärischer Erkennungsdienst, Nachtorientierungsmarsch, ROE Schießen und Geländelauf mit Hindernissen. Das kavalleristische Erbe, das einst den Boeselager-Wettkampf prägte, lebt in dieser neuen Form fort.


Gestern, heute, morgen
Die Ausbildungswoche der Heeresaufklärungstruppe hat auch heute noch bestand. So war dieses Jahr das Aufklärungsbataillon 7 in Ahlen der Gastgeber und Ausrichter. Thema dieser Woche war „der Marsch“ mit Erkundung, Beziehen und der Sicherung von Räumen. Der Schwerpunkt lag aber ganz klar bei der „Aufklärung auf dem Marsch“. Als AufklBtl in der Panzerbrigade 21, ein Großverband mit der Kräftekategorie „mittlere Kräfte“, hat Ahlen hier die Herausforderung für einen hochmobilen Großverband, der schnell und durchsetzungsfähig seine Kräfte verlegen muss, während des Marsches aufzuklären. Weit vor der Ausbildungswoche erarbeitete das AufklBtl 7 dazu ein Konzept und nutzte hierbei die Ausbildungswoche, um mit den teilnehmenden Verbänden dieses zu erproben und ihre Folgerungen abzuleiten. Auch diese Woche endete traditionsgemäß mit einem Appell, wo der General der Heeresaufklärungstruppe den Wimpel der Ausbildungswoche an den Kommandeur des Aufklärungsbataillon 8 in Freyung übergab. Selbstverständlich nimmt auch nächstes Jahr wieder das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ mit einer Abordnung teil.

Leutnant Oliver L.