Der Montagmorgen am 09. Dezember begann früh, es war kalt, windig und regnerisch. Die Gewässerüberquerung sollte in der nächsten Stunde erfolgen, um sich danach weiter Richtung Norden durchzuschlagen. Was viele Offiziere der Eutiner Aufklärer zunächst an die Durchschlageübung „Holstein Extrem“ aus September erinnerte, stellte zum Glück jedoch eine politische Bildungsfahrt im warmen Bus und mit der Fähre nach Kopenhagen dar. Mit knapp 30 Offizieren wollte man aber auch die traditionellen Verbindungen zum dänischen Militär wieder verstärkt aufleben lassen, insbesondere mit dem Patenbataillon „Jydske Dragonregiment“ in Holstebro – aber dazu später mehr.

Die Offiziere des Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ auf dem Dach der Dänischen Heeresoffiziersschule im Palast „Frederiksberg“ in Kopenhagen.

Nach geglückter Anreise nach Kopenhagen wurden die Stuben in der ehemaligen Offiziersschule der dänischen Marine auf Nyholm, einer kleinen, militärisch genutzen Insel, bezogen. In bester Lage mit Meerblick und Aussicht auf die Kleine Meerjungfrau, gleich gegenüber der Kopenhagener Innenstadt. Nach dem Bezug der Stuben widmeten sich die Eutiner Aufklärer am ersten Tag dann voll und ganz dem Kulturprogramm. Verschiedene Referate brachten den Eutinern zunächst Dänemark, dessen Bevölkerung und Lebensstil näher und warfen zudem einen gesonderten Blick auf die dänischen Streitkräfte und die sicherheitspolitischen Interessen des Landes. Im Anschluss folgte dann eine Stadtführung entlang der typischen „Touristen-Highlights“, die ihren Abschluss in der Wachablösung vor dem Schloss Amalienborg fand. Der zweite Tag vertiefte zunächst die sicherheitspolitische Weiterbildung des Offizierkorps. Am renommierten Danish Institute for International Studies (DIIS), hatten die Eutiner Aufklärer die Möglichkeit mit zwei Forschern des DIIS über die dänischen Kooperationen im Bereich Verteidigungspolitik sowie der dänischen Perspektive auf Russland zu diskutieren und interessante Vergleiche zu Deutschland zu ziehen.

 

Vom DIIS wurde dann an die dänische Heeresoffiziersschule im Palast Frederiksberg verlegt. Dort besuchte der Verbindungsoffizier des dänischen Partnerbataillons „Jydske Dragonregiment“ gerade den zweiten Teil seiner Ausbildung zum Hauptmann. Die Verbindung zu dem dänischen Aufklärungsbataillon besteht schon seit dem Kalten Krieg und war bis in die 1990er Jahre sehr intensiv. Mit den zunehmenden Auslandseinsätzen – sowohl für Dänen wie auch Deutsche – schlief diese Patenschaft jedoch immer weiter ein und man traf sich eher am Hindukusch, statt in Eutin oder Holstebro. Nun wollen beide Seiten – auch im Hinblick auf die Refokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung – diese alte Patenschaft wiederaufleben lassen und die ersten Schritte wurden gemacht! So begrüßte uns Captain Morck, der dänische Verbindungsoffizier, am Frederiksberg-Palast und ermöglichte den Eutiner Aufklärern eine exklusive Führung durch das historische, traditionsreiche und kulturell äußerst bedeutende Gebäude. Ein Einblick in eine dänische Stabsübung, Diskussionen über die unterschiedlichen Strukturen der Streitkräfte sowie der dänischen und deutschen Offiziersausbildung sowie natürlich ein Abschlussbier im „Kadetten-Keller“ der Offiziersakademie rundeten den Besuch der dänischen Offiziersschule vollends ab. Während die Hauptkräfte am dritten Tag nach Eutin verlegten, fuhren der Kommandeur des Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“, Oberstleutnant Tobias Aust, sowie die Kompaniechefs weiter nach Holstebro zum Patenbataillon, um mit dem dortigen Bataillonskommandeur konkrete Kooperationsobjekte für 2020 festzuhalten.


Neben gegenseitigen Truppenübungsplatzbesuchen ist auch mit einer dänischen Wettkampfmannschaft beim Hubertus-Hilgendorff-Pokal 2020 zu rechnen. Sowohl Dänen und Deutsche
blicken dieser erneuten Kooperation nach nunmehr fast
25 Jahren mit Vorfreude und Spannung entgegen.

Mange tak für diesen eindrucksvollen Besuch und Austausch in Dänemark!

H Simon