Blaulichttag Bad Bramstedt
Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege vor Ort
Ausnahmezustand in Bad Bramstedt, als am 25.09. Behörden des Katastrophen- und Zivilschutzes mit Martinshorn und Blaulicht in die Innenstadt fahren. Anlässlich des 1. Blaulichttages informieren die Hilfs- und Ordnungskräfte sowie Vereine über Ihre Aufgaben und Tätigkeitsfelder. Unter der Schirmherrschaft von Schleswig-Holsteins Innenministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack präsentierten 32 Institutionen mit etwa 200 Teilnehmern ihre Fähigkeiten und Spezialfahrzeuge.
Bürgermeisterin Verena Jeske eröffnete um 11:00 Uhr die Veranstaltung mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne, einem Wunsch, den Sie explizit äußerte. „Es ist nicht tolerierbar, dass ein Mensch bespuckt, beschimpft, geschlagen und getreten wird, weil er eine Uniform trägt und haupt- oder ehrenamtlich im Dienst unserer Gemeinschaft im Einsatz ist“, so die Innenministerin. Es ist wichtig, dass die Organisationen gut und professionell zusammenarbeiten, denn sie tragen dafür Sorge, dass wir alle sicher leben können. Der Landrat des Kreises Segeberg Jan Peter Schröder sprach von der Faszination für den Dienst an der Gemeinschaft, die durch den Blaulichttag auf die Bürger übergeht. Auch der einsetzende Nieselregen konnte die 8.000 bis 10.000 Besucherinnen und Besucher, so schätzt das Ordnungsamt, nicht davon abbringen, am umfangreichen Veranstaltungsprogramm teilzunehmen, das mit vielen Highlights lockte, wie z.B. einem Feuerwehrwettkampf, dem Auftritt des Saxophonquintetts der Bundespolizei Hannover und zahlreichen weiteren Vorführungen – und natürlich auch die Fahrzeuge- und Geräteschau der Organisationen.
Die Bundeswehr war neben Feuerwehr und Bundespolizei ebenfalls mit Großgerät und eigener Station an der St. Magdalenen Kirche vertreten. Neben der Informationsarbeit über zivil-militärische Zusammenarbeit wurde im Rahmen einer statischen Waffenschau der Spähwagen und seine Subsysteme vorgestellt. Am Kaffee- und Kuchenzelt konnten sich die Besucher parallel am Spähwagen Fennek über Aufgaben, Ausstattung und technische Besonderheiten und das Leistungsvermögen eines Spähtrupps informieren.
Nicht nur Besucher, selbst Angehörige der ausstellenden Organisationen zeigten großes Interesse an unserem Fennek und zeigten sich beeindruckt. Unser „Auto“ entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten, als in einer kurzen Präsentation die Einsatz- und Unterstützungsmöglichkeiten auch in der Katastrophenabwehr vorgestellt wurden.
Das Publikum interessierte sich aber vor allem für die vielseitigen Aufgaben des Spähtrupps, aber auch die Vorführung, wie leise der Motor läuft oder dass der Fennek über eine eigene Reifendruckregelanlage verfügt, was viele gerne am eigenen Fahrrad verbaut hätten, so scherzte man.
Mit der über dem Publikum hängenden UAS ALADIN und der ausfahrenden Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung wurde die Leistungsfähigkeit der Sensorplattform demonstriert, so dass viele auch unbedingt einen Blick ins Fahrzeug und auf den Arbeitsbildschirm werfen wollten.
Vortragsinhalt war natürlich besonders die Fähigkeit des Fennek zur weitreichenden Spähaufklärung, was im Katastrophenfall z.B. auch bei der Deichüberwachung, der Suche nach vermissten Personen mittels Drohnen oder Wärmebildgerät oder im Rahmen der Brandabwehr unterstützend genutzt werden könnte. Darüber hinaus konnten sich Interessierte bei Soldaten des Aufklärungsbataillon 6 und am Karrieremobil über Jobmöglichkeiten am letzten verbliebenen Standort des Heeres in Schleswig-Holstein informieren.
Einige Besucher zeigten sich erstaunt darüber, dass ein „Panzer“ auf dem Blaulichttag ausgestellt wird, was, so lernten die Nachfragenden darin begründet liegt, dass die Bundeswehr gem. Artikel 35 Abs. 1 des Grundgesetzes auf begründeten Antrag verpflichtet ist, in der Katastrophenabwehr zu helfen, was in der Vergangenheit tatsächlich auch regelmäßig praktiziert wurde. Älteren Besuchern war dabei vor allem die Sturmflut von 1962 oder die Schneekatastrophe im Gedächtnis, aber auch die jüngeren Leistungen der Bundeswehr, wie z.B. die Amtshilfe während der SARS-CoV2-Pandemie.
Viele der Gespräche thematisierten natürlich auch den Krieg in der Ukraine und den Einsatz in Litauen, wobei man den Soldaten häufig alles Gute für die Zukunft wünschte oder Unverständnis über die materielle Ausstattung der Truppe zeigte. Diese Solidarität war für die Soldaten während der Öffentlichkeitsarbeit nicht nur etwas Neues, sondern zeugt ebenfalls von einer Debatte, die ihren Weg in den öffentlichen Diskurs gefunden hat. Insgesamt kann mit der Teilnahme am 1. Blaulichttag in Bad Bramstedt auf ein erfolgreiches Vorhaben zurückgeblickt werden, wobei neben vielen Fragen zum Spähtrupp mit den Besucherinnen und Besuchern an der Station Bundeswehr vor allem über die Aufgaben der Truppe und ihre Rolle in der Landes- und Bündnisverteidigung gesprochen wurde.
Hptm T.