„In langsamer Fahrt, immer wieder schießend, bewegen sich zwischen den Häusern drei schwere Brocken auf uns zu. Wir machen uns sprungfertig. Die Panzerfaust schussbereit, lauern wir und verfolgen die Stahlkolosse."

Eine Panzerfurcht kennen wir längst nicht mehr. Plötzlich eine gewaltige Detonation. Die Panzerabwehrkanone links von uns bucht den ersten Erfolg. Die beiden anderen Panzer rollen näher. Das ist der Augenblick für uns. Der Zugführer gibt das Zeichen, also „ran an den Feind!“ Gespannt sehen wir, wie ein Kamerad, die Panzerfaust in der Hand und von Deckung zu Deckung springend, den Panzer angeht, wie der Jäger das Wild. Der Panzer hält. Blitzschnell erkennt der Nahkämpfer die günstige Gelegenheit. Schon schwirrt das tödliche Geschoss ab. Eine riesige Stichflamme und der Koloss brennt lichterloh. *
Sicherlich ist es bis zum Einsatz der Panzerfaust wie in diesem Beispiel erwähnt noch ein langer Weg für die Panzervernichtungstrupps der 1. Kompanie, aber die Grundlagen wurden am
24.Oktober auf dem Truppenübungsplatz PUTLOS geschaffen.
Nach den entsprechenden Vorausbildungen am Standort EUTIN verlegte die 1./- bereits am Vortag auf den Übungsplatz, konnte aber witterungsbedingt nicht schießen. Für die Versorgungslücke der Ersten kein Anlaß zum Trübsalblasen – denn somit doppeltes
Munitionskontingent für den Folgetag. Am 24. war uns das Wetter hold, so dass geschossen werden konnte.

Annäherung
... nach der Schussabgabe

Nach der Befehlsausgabe durch den Leitenden, StFw Tobias Dähn, plötzlich „Kettengeräusche“ im Vorfeld. Der Zugführer entscheidet sich zum Einsatz des Panzervernichtungstrupps. Sofort macht sich dieser fertig und begibt sich nach vorn. Tatsächlich, mehrere „Kolosse“ vor der Stellung. Jetzt heißt es, das Erlernte umzusetzen.
Nach anfänglichen Unsicherheiten seitens aller Schützen wurden dennoch sehr gute Trefferergebnisse erzielt und auch im Verhalten als Panzervernichtungstrupp gewannen alle Soldaten an Sicherheit, so dass dieser Tag sicher als ein Erfolg verbucht werden kann.
Ob die oben beschriebene „Panzerfurcht“ gänzlich abgelegt werden konnte, mag ich nicht beurteilen, aber ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung wurde getan.

OStFw Knaak
* Hans Kissel
„Vom Dnjepr zum Dnjestr“

In Stellung
Munitionszuführung durch die Transportgruppe
Powered by Nirvana & WordPress.