Ein Quartalsappel mit Überlänge

Warten auf die Zeitenwende, Verabschiedungen und eine Kompanieübergabe

Ein Quartalsappell ist eigentlich nichts Besonderes, und dennoch kündigte Oberstleutnant Fetzer gleich zu Beginn an, dass es diesmal wohl etwas länger dauern würde. Bei dem am 27. März vorherrschenden angenehmen Frühlingswetter war dies jedoch für die zahlreichen Gäste und auch für das angetretene Bataillon gut auszuhalten.

Wie üblich blickte der Kommandeur zunächst auf die Höhepunkte des ersten Quartals zurück. Zahlreiche Übungen hatten die ersten Monate beherrscht. Besonders die Vorbereitung auf den anstehenden Übungsdurchgang im GÜZ (Gefechtsübungszentrum) war zeitintensiv und anstrengend.

Im GÜZ wird zwar nicht scharf geschossen, aber die Übung ist durch die Computerunterstützung der Abläufe und den laserbasierten Feuerkampf für jeden Teilnehmer extrem realistisch und anspruchsvoll. Zusätzlich wird das Geschehen in allen Einzelheiten aufgezeichnet und bewertet. Das Fazit des Kommandeurs: „Wir brauchen den Vergleich mit Anderen nicht scheuen“.

Darüber hinaus gab es aber auch noch weitere Termine. Am 03.02. besuchte die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages das Bataillon und informierte sich vor Ort über Sorgen und Herausforderungen der Truppe, von der Ausstattung über die Personal- und Materiallage bis zur Infrastruktur. Am 06.03. informierten sich Abgeordnete des SH-Landtages über den Truppenalltag im „Heer am Meer“, um aus 1. Hand Verständnis und Sachkenntnis für ihre politische Arbeit gewinnen.
Als besonders schwierig markierte Oberstleutnant Fetzer die Abgabe von ohnehin knappem Großgerät für die im Aufbau befindliche deutsche Kampfbrigade in Litauen – ohne Aussicht auf zeitnahen Ersatz. Die Zeitenwende hat in Eutin noch nicht begonnen.

Der Ausblick auf das 2. Quartal zeigte, dass die Welt sich aber weiterdreht und fordernd bleibt:

  • Heeresaufklärerwoche
  • Vergleichswettkampf in den USA
  • TrÜbPlatzAufenthalt in Jägerbrück
  • Rahmenübung in Wildflecken
  • Kieler Woche
  • Unterstützung beim Tag der Bundeswehr

um nur die wesentlichsten Aufträge zu benennen.


Der zweite Abschnitt des Appells war wie üblich den Personalmaßnahmen gewidmet. Diese waren so zahlreich, dass dafür eigens ein Ordenskissen notwendig war.


Im dritten Abschnitt des Appells wurden zwei verdiente Soldaten des Bataillons „Zur Ruhe gesetzt“ und aus dem Bataillon verabschiedet. Stabsfeldwebel Bauermeister, zuletzt Feldwebel für Standortangelegenheiten im Standort Eutin und Stabsfeldwebel Sieck, zuletzt Schirrmeister in der „Roten Zwoten“, gingen nach Erreichen der besonderen Altersgrenze in den Ruhestand.
Oberstleutnant Fetzer fand für beide altgedienten Portepees sehr persönliche Worte des Dankes für die gezeigten Leistungen und für die Loyalität und wünschte für den neuen Lebensabschnitt viel Glück und alles Gute! Stabsfeldwebel Bauermeister und Stabsfeldwebel Sieck fuhren dann in einem FENNECK die Bataillonsfront ab und wurden mit dem vielstimmigen Schlachtruf „Horrido“ in den Ruhestand verabschiedet.

Im letzten Akt dieses Appells wurde die Übergabe der 1. Kompanie von Major Jirsak an Major Schebek vollzogen.
Der Kommandeur würdigte die Arbeit des alten Chefs, Major Jirsak in bewegten Worten und zeigte die Höhepunkte der dreijährigen erfolgreichen Führung dieser besonderen Kompanie auf. Bei jedem Vorhaben des Bataillons oder einzelner Kompanien war die 1. Kompanie unverzichtbar und immer dabei, und sie überzeugte unter ihrer Führung bei allen Übungen ebenso wie bei der Realversorgung. Es folgte die protokollarische Entbindung von der Führung der Kompanie und die Übergabe des Kompaniewimpels. Nach Übertragung der Führungsverantwortung auf den neuen Chef, Major Schebek konnte man dann laut und bestimmt hören: „1. Kompanie hört auf mein Kommando“.
Das war`s aber noch nicht ganz: Der „alte Alte“ nahm die Front im WOLF stehend ab und wurde dabei von allen Kompanien mit einem lauten „Horrido“ in eine neue Verwendung verabschiedet.

Den Appell beschloss die Nationalhymne, bevor die geladenen Gäste und Soldaten zum Empfang ins Kasino abrückten. Dort folgten weitere Gruß- und Dankesworte mit kleinen Erinnerungsgaben.


OLt Christian K. / Hertz