Eutiner Seelauf

Sport verbindet – der Seelauf zeigt es seit über einem Vierteljahrhundert

Der Eutiner Seelauf ist seit Jahrzehnten ein unverzichtbarer Termin im Jahresprogramm diverser Bundeswehrdienststellen und Polizeidienststellen, von Sportvereinen und vielen laufbegeisterten ehemaligen Soldaten und Mitarbeitern der Oberst-Herrmann-Kaserne. Er ist einer der letzten Laufwettbewerbe in Schleswig-Holstein unter der Federführung der Bundeswehr und hat durch die breite Beteiligung den Charakter von Öffentlichkeitsarbeit, denn Sport verbindet.

Am Mittwoch, den 10.09.2025 wurde unser traditioneller Eutiner Seelauf mittlerweile zum 28. Mal durchgeführt. Die äußeren Bedingungen waren typisch für einen September: es war trüb und mit knapp 12 Grad herrschten gute Bedingungen. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen, die Strecke markiert, die Versorgungspunkte arbeitsbereit: es konnte wieder losgehen. Der Start erfolgte pünktlich um 10 Uhr im Schlosspark durch Herrn Oberstleutnant d.R. Bodo Becker in Vertretung der dienstlich gebundenen Bataillonsführung.Knapp 165 Läuferinnen und Läufer aus über 30 Dienststellen von Bundeswehr, Polizei und dem zivilen Umfeld gingen auf die 9,5 Km lange anspruchsvolle Strecke um den Großen Eutiner See.

Leider konnten wir dieses Jahr nicht auf die im letzten Jahr erprobte, professionelle Zeitmessanlage zurückgreifen. Zu hohe Kosten, zu viele Auflagen, Vorschriften und Bürokratie ließen es einfach nicht zu, von der Erhebung einer Startgebühr ganz zu schweigen. So musste die alte Technik und Ausstattung herhalten, ohne dass die Teilnehmenden davon etwas mitbekommen sollten. Am Ende hat es mit viel Mühe funktioniert. Die Strecke wurde wie jedes Jahr durch verschiedene Markierungen und zahlreiche Streckenposten der 2.Kompanie vorbereitet, so dass sich ein Jeder in Gänze auf das „Erlebnis Seelauf“
konzentrieren konnte. Nach genau 35 Minuten und 24 Sekunden erreichte Hauptbootsmann David Lippmann vom SpezPiRgt 164 als erster Läufer das Ziel und konnte seinen Sieg aus dem Vorjahr nicht nur wiederholen, er verbesserte seine Zeit sogar um über eine Minute. Bei den Frauen gewann Franziska Weiß, mit einer Zeit von 45 Minuten und 25 Sekunden. Neben den Siegern in den verschiedensten Altersklassen, wurde natürlich auch die schnellste Mannschaft, bestehend aus 4 Läuferinnen und Läufern, gesucht. Hierbei belegte wiederholt die 2./AufklBtl 6 „Holstein“ den ersten Platz. In 1 Stunde 4 Minuten und 31 Sekunden erreichte Herr Holger Hacker wiederholt als ältester Läufer und treuer Teilnehmer im Alter von stolzen 76 Jahren als 128er das Ziel. Er war damit sogar fast 2 Minuten schneller als im letzten Jahr. Meine tiefste Hochachtung vor dieser Leistung und ein Beispiel für viele Soldaten. Trainingsfleiß, Talent und Ehrgeiz setzten sich offensichtlich durch.

Natürlich darf die bataillonsinterne Wertung nicht fehlen. Schnellster Läufer der Oberst-Herrmann-Kaserne wurde Oberfeldwebel Michael Burghart aus der 2.Kompanie und schnellste
Läuferin wurde zum ersten Mal Frau Obergefreite Charlotte Marxhausen, ebenfalls aus der 2.Kompanie. Auch die schnellste
Mannschaft wurde durch die 2.Kompanie gestellt. Somit war das Triple perfekt. Auf den Plätzen 2 und 3 landete die 1. und
3. Kompanie.

Ich bedanke mich bei allen Läuferinnen und Läufern, die uns seit Jahren die Treue halten, besonders aber bei denen, die neu dabei waren. Es ist immer wieder schön, so viele ambitionierte Sportler aus dem zivilen Leben, der Polizei und natürlich von der Bundeswehr bei diesem Event begrüßen zu dürfen. Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Teilnehmerzahl im Vergleich zu den Vorjahren leider wieder gesunken ist, 200+X wäre ein Traumziel. Die Gründe sind aus meiner Sicht wohl breit gefächert und es gilt Ursachenforschung zu betreiben. Rückblickend stimmt es traurig, dass ein so verbindendes Sportereignis mehr und mehr an Bedeutung verliert und nicht mehr den Stellenwert hat wie in den Anfangsjahren dieses Laufwettbewerbs. Ob die Gründe dafür die angespannte innen- und außenpolitisch Sicherheitslage und eine dadurch gestiegene Auftragsdichte ist, ob es eine veränderte Priorisierung für den Mittel- und Personaleinsatz ist, oder bürokratische Grenzen, fehlende finanzielle Mittel oder ein nachlassendes gesellschaftliches Interesse an Laufwettbewerben, ist letztendlich nicht entscheidend. Entscheidend ist der Wille, dieses integrative Sportevent nicht „auszusetzen“ wie einst die Wehrpflicht, sondern entschlossen nach Lösungen für die Beibehaltung zu suchen. In diesem Sinne hoffe ich auf einen 29. Eutiner Seelauf im Jahr 2026 und auf ein fulminantes Laufevent zum 30-järigen
Jubiläumsseelauf mit Rekordbeteiligung.
Die Hoffnung stirbt zuletzt! Horrido.

OStFw Michael G.