Fortschritte beim Infrastruckturprogramm

Dass es in der Rettberg-Kaserne Defizite in der Infrastruktur gibt, ist kein Geheimnis: Unterkünfte, Funktionsräume, Büros, Werkstätten – Handlungsbedarf seit Jahren und jetzt erste Resultate. In der Kaserne steht ein neues Unterkunftsgebäude endlich kurz vor der Übergabe an die Truppe – oder sollte man besser „Wohnheim für
Kasernenpflichtige“ sagen?

Mit einer Truppenunterkunft herkömmlicher Prägung hat dieses Gebäude nämlich nicht mehr viel gemein. Die meisten Kameradschaftsmitglieder kennen ein  Kompaniegebäude mit Diensträumen, Waffenkammer und Unterkunftsbereichen auf Mehrbettstuben. „Stube 08/15, belegt mit 8 Mann, fertig zum Stubendurchgang“ wird es aber nicht mehr geben. Hier gibt es nur Wohnbereiche, nur Einzelzimmer mit Flachbildfernseher, individueller Nasszelle, WLAN und Einbauschränken – der neue Standard, der spätestens mit dem faktischen Ende der Wehrpflicht definiert wurde. Attraktivitätsprogramm für neue Mitarbeiter war ein Schlüsselbegriff: Junge Menschen sollen die Bundeswehr als einen modernen Arbeitgeber erleben, der sich zumindest im Grundbetrieb an zivilen Standards im Kampf um gute  Nachwuchskräfte orientiert, auch in der Wohnsituation für Pendler und Kasernenpflichtige mit „Hotelstandard“ und „Tee-Küche“.


Das wollten auch die Mitglieder der Kameradschaft „begreifen“ und ließen sich durch den Kasernenfeldwebel, Stabsfeldwebel Wetzel, das Gebäude zeigen und erklären.
Moderne und funktionelle Ausstattung und angeschlossen an eine Pallett-Heizanlage, ohne fossile Brennstoffe, quasi „grün“, sind Markenzeichen für diesen Wohnstandard der Zukunft in der Bundeswehr. Zugeständnis an die militärische Nutzung sind auch Putzraum inclusive Waschmaschine und Trockner und ein Trockenraum für nasse Ausrüstung und Bekleidung – „der Krieg findet ja auch nicht im Saale statt“ war ein Kommentar.
Vielleicht spiegelt es die Erwartungen des Nachwuchses wider,
ob das Unterkunftskonzept die „Alten“ überzeugt hat? Ein Kommando wie: „Türen auf“ und „Kompanie raustreten“ wird man jedenfalls hier nicht mehr hören. Leben im Felde, Biwak und Gefechtsdienst bei jedem Wetter wird es aber auch in Zukunft geben!

SF Wetzel