Gainey Cup USA
Bataillon tritt beim internationalen Vergleichswettkampf in Fort Benning (USA) an.
Internationale Bühne für Aufklärungskräfte
Vom 22. April bis zum 2. Mai 2025 nahm ein sechsköpfiges Team des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ am Gainey Cup in Fort Benning, Georgia (USA), teil. Der Gainey Cup ist ein international ausgerichteter Vergleichswettkampf für Aufklärungskräfte, bei dem militärische Trupps in realitätsnahen Lagen auf taktische, körperliche und mentale Leistungsfähigkeit geprüft werden. Insgesamt traten 18 Teams an – neben US-Einheiten auch internationale Mannschaften aus Kanada, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Deutschland.
Vorbereitung unter hoher Belastung
Das deutsche Team wurde aus drei Kompanien des Bataillons aufgestellt. Die Vorbereitung begann bereits im Januar – und das unter laufender Einsatz- und Ausbildungstätigkeit im Bataillon. Der Großteil der Ausbildungsmaßnahmen musste deshalb außerhalb der regulären Dienstzeit stattfinden. Die Belastung war hoch, aber das Ziel klar: eine konkurrenzfähige Teilnahme am Gainey Cup. Ein besonderer Baustein der Vorbereitung war die Kooperation mit dem 2nd Cavalry Regiment in Vilseck. Durch eine gemeinsam durchgeführte Ausbildungswoche konnten wesentliche Grundlagen für den späteren Wettkampf gelegt werden – insbesondere im Hinblick auf US-spezifische Verfahren, Waffen und Ausbildungsdoktrin.
Akklimatisierung und Training vor Ort
Nach Ankunft in Fort Benning stand zunächst eine kurze Anpassung an die klimatischen Bedingungen an. Ende April herrschten bereits Temperaturen über 30 Grad Celsius bei hoher Luftfeuchtigkeit – eine Belastung, die gezielt einkalkuliert war. Anschließend begann eine Trainingsphase mit Einweisungen in amerikanische Waffensysteme (M4, M240, Javelin), taktische Verwundetenversorgung, Orientierung, Call for Fire und körperliche Belastungstests nach US-Standard. Die Ausbildung war komprimiert, aber fokussiert – die Grundlagen wurden gelegt, der Ablauf vor Ort war professionell organisiert, und die Unterstützung durch das amerikanische Personal war engagiert und kooperativ.
Vier Tage Wettkampf unter Volllast
Der Wettkampf selbst gliederte sich in vier fordernde Tage. Eröffnet wurde mit einem Physical Fitness Test und einem 20-Kilometer-Marsch mit 20 Kilogramm Gepäck unter Zeitvorgabe. Anschließend folgten taktische Lagen und ein Wissenstest, ergänzt durch Stationen zur Waffenhandhabung und zwei Nächte im Biwak. Es folgten ein Tag- und Nachtmarsch mit Orientierung im Gelände sowie ein ganztägiger Aufklärungsauftrag unter Einsatzbedingungen.
Den Abschluss bildete der sogenannte „Final Charge“ – ein Zwei-Meilen-Lauf unter Belastung mit anschließenden Prüfungen an Stationen, in denen unter Zeitdruck u. a. Waffen montiert, Verwundete transportiert und Funkverbindungen hergestellt werden mussten. Gefordert waren Ausdauer, Präzision, Teamarbeit und taktisches Denken unter Belastung.
Platzierung, Perspektive und Zusammenhalt
Das Team des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ erreichte im Gesamtfeld den 9. Platz von 18 Teams – ein Ergebnis, das sich angesichts der internationalen Konkurrenz und der fordernden Rahmenbedingungen sehen lassen kann. Neben der Leistung im Wettkampf war es vor allem der kameradschaftliche Austausch mit den anderen Nationen, der in Erinnerung bleiben wird. Besonders hervorzuheben ist der offene, professionelle Umgang mit den amerikanischen Partnern – vom ersten Kontakt in der Vorbereitung bis zum Abschlussabend des Wettbewerbs.
Mehr als ein Wettkampf
Mit der Teilnahme am Gainey Cup hat das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ nicht nur einen leistungsfähigen Beitrag zum internationalen Vergleich geleistet, sondern auch wertvolle Erfahrung gesammelt. Die gesammelten Eindrücke, das gewachsene Verständnis für multinationale Zusammenarbeit und die belastbaren Verbindungen – insbesondere zum 2nd Cavalry Regiment – machen den Einsatz zu mehr als nur einem Wettkampf. Die Grundlagen für eine mögliche erneute Teilnahme in zwei Jahren sind gelegt.
Hptm Benedikt D.