Grußwort Kommandeur – 01/2025
Soldatinnen und Soldaten,
Kameraden, Freunde und Förderer des
Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“!
Das erste Halbjahr 2025 liegt hinter uns. Es war ebenso fordernd wie abwechslungsreich. Wenngleich die Rahmenbedingungen für die Auftragserfüllung unverändert herausfordernd sind und sich in absehbarer Zeit auch nicht verbessern werden, so konnte das Bataillon die erteilten Aufträge dennoch ausführen.
Nach der Weihnachtsunterbrechung galt es zunächst, den erforderlichen Ausbildungsstand über alle Kompanien und Fähigkeiten hinweg herzustellen, um bei der Teilnahme am Übungsdurchgang im Gefechtsübungszentrum des Heeres im März bestehen zu können. So war das Bataillon in diesem Übungsdurchgang erneut auf Seiten der Leitungstruppe ROT eingesetzt, um hierbei zusammen mit dem Ausbildungsverband Gefechtsübungszentrum einen Peer Enemy – sprich: einen mindestens gleichwertigen Gegner – für das Panzergrenadierbataillon 411 darzustellen. Dies ist uns auch mehr als gelungen! Die Absicht unseres Brigadekommandeurs, die „russische Blume des Krieges“ darzustellen konnte so umgesetzt werden. Am besten lässt sich dieser Durchgang mit den Worten eines Panzergrenadierkameraden, welcher bei der Übungsauswertung konstatierte: „Ich bin froh, dass Ihr, wenn’s scharf geht, auf unserer Seite seid!“, zusammenfassen.
Nach einer kurzen Verschnaufpause verlegten Teile des Bataillons bereits im April in den Bayrischen Wald, um an der Ausbildungswoche der Truppengattung in Freyung teilzunehmen. Weiterhin nahm erstmals eine Mannschaft des Bataillons in den USA am Gainey Cup, dem amerikanischen Vergleichswettkampf für Aufklärer, teil. Auch bei diesen beiden Vorhaben steht am Ende die Erkenntnis, dass wir den Vergleich mit anderen nicht scheuen müssen.
Wo Licht ist, ist jedoch bekanntlich auch Schatten. Auch wir mussten während der Vielzahl an Ausbildungen und Übungen das ein oder andere Defizit in unseren Fertigkeiten feststellen. So galt es im Mai die erkannten Ausbildungsmängel während unseres zweiwöchigen Aufenthalts auf dem Truppenübungsplatz Jägerbrück abzustellen. Frei nach dem Motto „every soldier is a rifleman first“ wurden insbesondere infanteristische Fähigkeiten vertieft.
Darüber hinaus durften wir am Standort Eutin wieder hochrangige Gäste begrüßen. So war im Februar, die kürzlich aus dem Amt ausgeschiedene Wehrbeauftragte, Frau Dr. Eva Högl, im Bataillon zu Gast, um sich im Rahmen des Truppenbesuchs einen Überblick über unser Bataillon und den Standort zu verschaffen. Des Weiteren stattete uns im März die Landtagsfraktion der CDU einen Besuch ab.
Neben Ausbildung und Übung kamen auch gesellschaftliche Veranstaltungen nicht zu kurz. Neben dem traditionellen Grünkohlessen im Februar, durften wir im April über 100 Gäste zur Blauen Stunde im Kasino begrüßen. Hierbei trug der Stellvertretende Inspekteur des Heeres, Herr Generalleutnant Andreas Marlow, zu seinen Erfahrungen aus über zweieinhalb Jahren Ausbildungsmission für die ukrainischen Streitkräfte vor.
Auch das zweite Halbjahr 2025 wird nicht minder fordernd, wenngleich nicht so, wie ursprünglich geplant. So hat das Bataillon den Auftrag erhalten, am 25. September den Großen Zapfenstreich für den Stellvertretenden Inspekteur des Heeres durchzuführen. Ein Auftrag, der für ein Aufklärungsbataillon nicht alltäglich ist, und alle fordern wird.
Im Rahmen von Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen stellt das Bataillon wieder Kräfte in das Kosovo ab und unterstützt darüber hinaus unsere Kameraden vom Panzergrenadierbataillon 411 in Litauen. Daher an dieser Stelle: wir wünschen einen erfolgreichen Einsatz und eine gesunde Wiederkehr im Januar!
Für das Bataillon gilt es weiterhin, den erreichten Ausbildungsstand zu festigen und weiter zu erhöhen. Dieses Ziel wird das Bataillon sowohl durch eine Gefechtsausbildung im Bataillonsrahmen auf dem Truppenübungsplatz Jägerbrück, als auch bei unserem jährlichen SIRA-Durchgang in Munster sowie bei Ausbildungs- und Übungsvorhaben auf Zug- und Kompanieebene verfolgen.
Wie Sie sehen, es wird definitiv nicht langweilig. Ich wünsche Ihnen nun viel Freude bei der Lektüre und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen.
Horrido, Ihr
Andreas Fetzer
17.06.2025