Grußwort Kommandeur – 02/2025

Soldatinnen und Soldaten,
Kameraden, Freunde und Förderer des
Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“!

Mit dieser Ausgabe des Aufklärers blicken wir auf ein vielseitiges und abwechslungsreiches, aber ebenso forderndes und anstrengendes zweites Halbjahr 2025 zurück. Die Truppenausbildung am Standort sowie auf Truppenübungsplätzen und in den Ausbildungseinrichtungen des Heeres im Rahmen der bewährten Ausbildungs- und Übungsreihe „Holstein“ bildete dabei den Schwerpunkt. Mit den gezeigten Leistungen bin ich mehr als einverstanden, wenngleich es immer Raum für Verbesserung gibt. Dabei darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass jede größere Ausbildung und Übung, auch im vierten Jahr der Zeitenwende, ein materieller und administrativer Kraftakt ist, welcher durch bürokratische Hürden und einer unveränderten Überregulierung zusätzlich erschwert wird. Jedoch gilt aber auch unverändert: Truppe sucht keine Probleme, Truppe findet Lösungen! Dementsprechend konnten die gesetzten Ausbildungsziele und Ausbildungshöhen erreicht werden.

Das zweite Halbjahr stand weiterhin im Zeichen der Einsätze und der einsatzgleichen Verpflichtungen. So stellt das Bataillon den Feldnachrichtenzug KFOR im Kosovo und unterstützt gleichzeitig das Panzergrenadierbataillon 411 aus Viereck im Rahmen der enhanced Foreward Battlegroup in Litauen.

Ein besonderes Highlight war jedoch im September die Durchführung des Großen Zapfenstreiches in Plön anlässlich der Verabschiedung von Herrn Generalleutnant Andreas Marlow aus dem Deutschen Heer. Auch auf diesem Feld hat unser Verband überzeugt.

Gestatten Sie mir abschließend einen kurzen Ausblick auf das vor uns liegende Jahr 2026. War 2025 das Jahr der Ausbildung, so wird 2026 das Jahr der Übungen sein. Neben der Teilnahme an Übungen der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ im Gefechtsübungszentrum des Heeres und im Gefechtssimulationszentrum des Heeres werden wir eigene Übungsvorhaben am Standort, wie auch auf Truppenübungsplätzen, durchführen. Dies jedoch unter anderen Rahmenbedingungen. Das aktuelle Kriegsbild, welches wir seit mittlerweile fast vier Jahren in der Ukraine beobachten, macht es erforderlich, dass wir unsere Strukturen, Ausrüstung und Einsatzgrundsätze kritisch hinterfragen. Wenngleich die Truppe auf zukünftige Strukturen und Ausrüstung nur wenig Einfluss hat, liegt es an uns, dass wir unsere Einsatzgrundsätze und unsere Kampfweise an das Kriegsbild anpassen. Insbesondere die dauerhafte Bedrohung durch unbemannte fliegende Systeme, aber auch die Nutzung eigener UAS im bodennahen Luftraum machen dies erforderlich. Den Worten unseres Generalinspekteurs Glauben schenkend, sind es bis zum 1. Januar 2029 keine 1100 Tage mehr, als dass die Streitkräfte insgesamt kriegstüchtig sein sollen. Heißt: Wir dürfen nicht mehr länger warten! Es geht uns dabei nicht darum, die Aufgabe des Amtes für Heeresentwicklung zu übernehmen oder ein Lehr- und Versuchstruppenteil zu werden, um die Frage zu beantworten, wie Landstreitkräfte 2035+ kämpfen werden. Es geht vielmehr darum, wie wir in 2026+ auf dem Gefechtsfeld – sprich „Fight Tonight“ – bestehen wollen. Wir tun dies auch nicht alleine, sondern in enger Abstimmung mit unseren Schwesterverbänden innerhalb der Brigade und den anderen beiden Aufklärungsbataillonen innerhalb der Division. Die Anpassung der eigenen Einsatzgrundsätze ist jedoch nicht alles. Es stellt sich auch die Frage, wie wir mit der vorhandenen Ausrüstung des Bataillons sowie marktverfügbaren, schnell beschaffbarem Material arbeiten können, um unseren Einsatzwert „in der Startaufstellung“ maximal zu erhöhen.

In diesem Sinne, lassen Sie uns gemeinsam in 2026 weiter voranschreiten!

Horrido, Ihr

 

 

 

 

 

Andreas Fetzer
18.12.2025