HAFFEXPRESS

Festhalten an goldgelben Traditionen -auch in Krisenzeiten

„Feeeeeeindmeldung!“ hallt es durch die Straßen der Rhön-Kaserne in Wildflecken. Bei klirrenden Temperaturen um den Gefrierpunkt, ist der mehrfach wiederholte Ruf weithin zu hören.

Er kommt aus dem Hauptgefechtsstand des Aufklärungsbataillons, der sich im Rahmen der Brigadeübung Haffexpress mit weiteren Teilen des Bataillons von der Küste ins hügelige Franken begeben hat.

Der Bataillonsgefechtsstand in der Rhönkaserne in Wildflecken

Seit 2017 hat die Brigade eine solche Übung in einem hochintensiven Szenario nicht mehr durchgeführt. Entsprechend hoch sind zu Beginn die Hürden an Koordination und Absprache. Wer meldet wem und wie? Wie wird das neue Battlemanagement-System SITAWARE ins Meldewesen eingebaut?
Für das Aufklärungsbataillon als „Auge und Ohr“ der Brigade ist es vor allem essentiell, die von den Sensoren gemeldeten Feindkräfte zeitgerecht über die Kompaniegefechtsstände an den Bataillonsgefechtsstand und dann aggregiert an die Brigade zu melden.
Um die tatsächliche Aufklärung, also die Spähtrupps am Boden, die UAS (unmanned aerial systems) in der Luft und die Feldnachrichtenkräfte in der Nachrichtengewinnung durch Befragung möglichst realistisch abzubilden, wird die SIRA-Simulation genutzt. Etliche Bediener steuern dabei die Feindkräfte nach deren taktischen Grundsätzen. Die Aufklärer kommen dabei bereits zu Beginn zum Einsatz. Tief im feindlichen Raum klären sie Anmarschwege und Gefechtsgliederungen der „roten“ Kräfte auf. Dann wird es auch für die anderen Verbände der Brigade ernst. Mit Überschreiten der Landesgrenze eines fiktiven verbündeten Staates beginnt für die Bediener der Kampftruppenverbände ein Verzögerungsgefecht über mehrere Phasen.

Insgesamt dauert die scharfe Simulation sechs Tage. Sechs Tage in denen Verfahren geprobt und perfektioniert, taktische Grundsätze vertieft und die Gefechtsstände aller Ebenen intensiv beübt werden. Das Konzept des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ bewährt sich dabei. Dank den Aufklärern hat die Brigade stets ein dichtes (Feind-) Lagebild und kann die eigene Operationsplanung entsprechend umsetzen. So kann die Brigade erfolgreich die Voraussetzungen für einen Gegenangriff verbündeter Kräfte schaffen.

OL Linke