Im Verbund an der NATO-Ostflanke

Mit Verstärkungspersonal im internationalen Stab unterstützt das AufklBtl 6 „Holstein“ bei Führung und Versorgung.

Dichte, dunkle Nadelwälder, schneebedeckte Wiesen und vereiste Seen – die Fahrt ins litauische Rukla erfüllte, was ein Einsatz an der Ostflanke der NATO im Winter verheißen hatte.

Unter diesen Wappen vereinen sich die Nationen

Bei Temperaturen bis zu minus 15 Grad begann mein Einsatz für die NATO-Mission enhanced Forward Presence (eFP) in Litauen im Januar dieses Jahres. „enhanced Forward Presence – erweiterte Vorneverteidigung“ zu diesem Zeitpunkt wusste noch keiner von uns, wie real das Szenario einer solchen Verteidigung in den nächsten Wochen werden sollte. Zunächst begann der normale Wahnsinn – nur eben woanders. Die Übergabe einer multinationalen Battlegroup ist kommunikativ und koordinativ mit viel Arbeit verbunden.
Doch bereits in den ersten Wochen zeigte sich, dass sich die Krise in der Ukraine verschärfen würde – und die deutsche Bundesregierung reagierte. Innerhalb weniger Tage wurde die Battlegroup massiv verstärkt. Artillerie, Aufklärer und weitere Kräfte ließen das einst so beschauliche multinationale Bataillon auf 1500 Soldaten aufwachsen. Die Kapazitäten der litauischen Kaserne in Rukla wurden bis an die Belastungsgrenze ausgelastet. Und darüber hinaus.Aus dem jahrelang belächelten „Übungsplatzaufenthalt +“ war spätestens mit Beginn des Krieges in der Ukraine eine Mission geworden, die exemplarisch für die Relevanz der NATO steht und sich plötzlich im Mittelpunkt des politischen und medialen Interesses wiederfand. Von heute auf morgen gaben sich hohe Militärs und Politiker bei ihren Truppenbesuchen in Rukla die Klinke in die Hand.
Die geografische Nähe zum Krieg in Osteuropa, Diskussionen über einen Kriegseintritt der NATO und nicht zuletzt besorgte Anrufe und Nachrichten aus der Heimat ließen eine gewisse Grundanspannung innerhalb der Battlegroup einkehren. Jetzt wurde noch intensiver daran gearbeitet, den Ausbildungsstand zu erhöhen, gerade im multinationalen Zusammenwirken galt es die eine oder andere Herausforderung zu meistern.
Der militärische Auftrag indes veränderte sich nicht – auch wenn seine Notwendigkeit realer war als je zuvor: Die militärische Verteidigung Litauens, eng eingebunden in den nationalen Verteidigungsplan und als „schärfstes Schwert“ der Iron Wolf Brigade.
Die gerade absolvierte Übung „Rising Griffin“ und die anstehende Zertifizierungsübung „Iron Wolf“, bei der die gemischte Aufklärungskompanie aus Eutin die Sensoren der Battlegroup stellen wird, werden weitere Schritte sein, um diesen Auftrag erfüllen zu können.

H Linke