Politische Bildung

Gefechtsübung der 1. Kompanie

In der Woche vom 22.-25.05.2023 führte die Spähkompanie Aufklärungsbataillon 6 eine „Studienreise“ in den Raum Koblenz und Bonn durch. Unter dem Oberbegriff politische Bildung ging es um Geschichte und um unsere soldatischen Werte, um soldatisches Selbstverständnis und um individuelle Motivation „zum treuen Dienen“.

Blick vom Drachenfels über das Rheintal

Am Dienstag stand- wie für die gesamte Bundeswehr- das Thema „Tag der Werte“ auf der Agenda. Dazu verlegten wir zur Festung Ehrenbreitstein. Hier hatten wir einen guten Blick auf Koblenz und auf das „Deutsch Eck“ mit dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. und wir besuchten anschließend das Ehrenmal des Deutschen Heeres. Hier erwiesen wir den Gefallenen der Kriege und der Bundeswehr mit einer Gedenkminute die Ehre.
Wir sprachen in diesem Umfeld auch intensiv über das Thema Tod und Verwundung, denn wie in jeder Armee gehören Tod und Verwundung auch bei der Bundeswehr zum Berufsbild eines Soldaten.
Danach stand ein Besuch im „Haus der Geschichte“ in Bonn auf dem Programm. Dieses wartet mit vielfältigen Ausstellungen und Exponaten auf, im Schwerpunkt die Geschichte Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg, die Zeit der Teilung und der Wiedervereinigung.
Am Mittwoch besuchten wir die Wiege der Bundeswehr in Andernach. In einer originalen Baracke hat der Leiter des Museums mit erkennbar viel Herzblut die Gründungstage der Bundeswehr mithilfe vielfältiger Zeitzeugen nacherzählt. Hier konnten wir viel zum Thema Motivation, Reputation der Bundeswehr in der Zivilbevölkerung und z.B. auch zur Ausbildung lernen und für unseren Alltag mitnehmen.
Vor der Rückreise nach Eutin besuchten wir ein weiteres Wahrzeichen der Region: wir erwanderten den Berg zur Burg Drachenfels. Diese Burgruine aus dem 12. Jahrhundert bietet einen wunderbaren Ausblick auf den Rhein und auf die ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Der Komplex Drachenfels birgt aber auch ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte. Im 19. Jahrhundert ließ ein Industrieller ein neues Schloss Drachenfels im Stil des Historizismus erbauen. Dieses wurde während der Nazizeit als Schule der Nationalsozialisten genutzt, im Verlauf des Krieges war es aber Stellungsraum für Flak-Geschütze. Dies zeigt die kulturelle Aneignung, die während des Weltkrieges durch die Nazis betrieben wurde, um das eigene, rassistische Denken im Nachhinein zu legitimieren.

Schlussendlich ziehe ich ein positives Fazit aus der Reise für die politische Bildung. Ich konnte historische Orte besuchen und dort Geschichte erfahren. Dies zeigt mir jedes Mal aufs Neue, dass es sich lohnt zu dienen. Gleichzeitig ist es gerade für junge Soldaten immer ein Gewinn, sich mit der Geschichte und den eigenen Werten auseinanderzusetzen.

Lt Toni K-S.

Der Chef thematisiert am Ehrenmal des Heeres soldatische Werte in Krieg und Frieden