Quartalsappell mit vielen Gästen

“Allied Spirit“ und Personalwechsel stehen im Mittelpunkt

Zu Beginn des Appells am 28. März ertönte wie immer der Bataillonsmarsch, nicht weil es hübsch und heiter ist, sondern als Signal: Jetzt sind wir da, die Aufklärer „von 6“!
Der Kommandeur, Oberstleutnant Dr. Hoffmann begrüßte eine größere Zahl an Gästen als üblich, aus der Politik, aus den Patengemeinden, der Kameradschaft und auch viele Familienangehörige, die bei den anstehenden Personalmaßnahmen ihre Familienmitglieder dabei sein wollten.

Doch zunächst stand die Großübung ALLIED SPIRIT im Mittelpunkt.

Die Refokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung, kurz LV/BV genannt, lässt grüßen. 6000 Soldaten, 13 Nationen, beim Bataillon eine dänische Aufklärungskompanie, vier Wochen auf dem TrÜbPlatz Hohenfels/ Bayern. „Die MN-Großübung Allied Spirit steht damit sinnbildlich für die Ausbildung- und Übung für die Landes- und Bündnisverteidigung“. Diese Übung in einem komplexen und dynamischen Szenario forderte alle Fähigkeiten des Bataillons, und es war kalt und dreckig, stellte der Kommandeur fest „ wer glaubt, dass es in einem LV/BV-Szenario Duschcontainer und Buttercroissants gibt, der liegt leider ziemlich falsch“. Aber das Bataillon hat es nicht nur ertragen, es hat es bestanden und bewiesen, dass es die gestellten Aufträge zuverlässig erfüllt „ mit dem richtigen Mindset“, der richtigen Einstellung.

In seinem Ausblick skizzierte der Kommandeur die Herausforderungen des 2. Halbjahres:

ein erneuter KFOR-Einsatz auf dem Balkan, die Teilnahme an der FN-Übung SEAGULL und die Ausbildung ukrainischer Soldaten – und das alles vor dem Hintergrund einer unverändert knappen Materiallage.

Im weiteren Verlauf folgte die Erteilung einer Förmlichen Anerkennung mit 2 Tagen Sonderurlaub sowie die Auszeichnung mit der Ehrenmedaille und einem Ehrenkreuz in Silber.

Danach wurden eine Beförderung zum OFw, drei Beförderungen zum HptFw, eine Beförderung zum OLt und eine zum Hptm vollzogen. Die Dienstgradabzeichen wurden von den jeweiligen Chefs und Spießen aufgesteckt und mit dem obligatorischen kräftigen Schulterschlag besiegelt.

Nun wurde OStFw Rapp vor die Front gestellt. Er wurde nach 32 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet, davon 27 Jahre im Bataillon in verschiedenen Funktionen. Seine letzte Verwendung als MatBewirtschaftungszugführer hatte er seit 2015 inne. Aber auch insgesamt 821 Einsatztage im Kosovo und in Afghanistan sprechen für sich. Der Kommandeur würdigte die vorbildliche Haltung und Pflichterfüllung. Ein Nachfolger steht mit OStFw Bröckel bereits in den Startlöchern.

Es folgten drei Personalwechsel auf wichtigen Führungspositionen:

Hauptmann Knoll übergab die Führung des Stabszuges nach 2 ½ Jahren und wechselt als neuer KEO (KpEinsatzOffz) in die 4. Kompanie. Er bleibt somit in Eutin und dem Bataillon erhalten. Der Kommandeur würdigte die Persönlichkeit und Leistungsfähigkeit von Hptm Knoll und zeigte sich überzeugt, dass er auch in der 4.Kp ebenso gut performen werde. Die Nachfolge tritt Oberleutnant Schuster an, bis zu diesem Tag als Spähzugführer bei der 2. Kompanie eingesetzt- da weiß man, was man hat.

Es folgte die Übergabe der 2. Kompanie von Major Fischer an einen „alten Bekannten“, Herrn Hauptmann Radulovic. Es waren 3 Jahre Chefzeit in der ROTEN ZWOTEN mit großen und kurzfristigen Herausforderungen, die allesamt mit Bravour erfüllt wurden. Nun kehrt er wieder zurück in seine alte Heimat nach Füssen zurück und wird dort S3StOffz im GebAufklBtl 230, welches in Kürze in AufklBtl 10 umbenannt wird. Wir wünschen viel Soldatenglück. Aufgesessen auf einem Fennek nahm er zum Abschied die Front mit dem Horrido der Kompanien ab.

Zu guter Letzt wurde auch die Führung der 3. Kompanie von Major Gerwing nach 3 anspruchsvollen Jahren mit hoher Einsatzbelastung übergeben. Der Kommandeur würdigte die Persönlichkeit und die ausgezeichnete Arbeit, bevor der Wechsel an einen vertrauten Nachfolger vollzogen wurde. Hauptmann Cacic hatte bereits mehrere Verwendungen in der 3.Kp und im Stab, jetzt kehrt er wieder zu seiner Wunschverwendung „Chef 3./ 6“ nach Eutin zurück. Zum Abschied fuhr Major Gerwing auf seinem „Chef-TPz“ die Front des Bataillons ab. Horrido!

Den würdigen Abschluss bildete auch diesmal das Schleswig-Holstein-Lied und unsere deutsche Nationalhymne.

W.H.