Solidarität mit Soldaten

„Gelbe Schleife“ an der Amtsverwaltung in Schönwalde

Ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit der Bundeswehr setzt künftig das Amt Ostholstein-Mitte: Am Gebäude der Amtsverwaltung in Schönwalde wurde auf Initiative von Christiane Dunker-Kobza eine „Gelbe Schleife angebracht. Das Symbol steht für Dankbarkeit und Verbundenheit mit den Soldatinnen und Soldaten sowie ihren Familien. „Die Soldaten und Soldatinnen halten uns den Rücken frei“, sagt Dunker-Kobza und ergänzt: „Angesichts der weltweiten Bedrohungslage schadet Dankbarkeit und Solidarität nie.“

Foto: Marc Dobkowitz Symbolischer Akt: Christiane Dunker-Kobza (li) übergab die „Gelbe Schleife“ für das Gebäude des Amtes Ostholstein-Mitte in Schönwalde an Amtsvorsteher Hans-Peter Zink (2. v. li) im Beisein von Major Oliver Radulovic (3. v.li.) und Oberstabsfeldwebel Michael Gendig (r.).

In vielen Ländern ist eine „Gelbe Schleife“ ein Zeichen dafür, dass sich ein Familienangehöriger als Soldat im Einsatz befindet. In Deutschland symbolisiert sie vor allem die gesellschaftliche Verbundenheit mit den Streitkräften Bundeswehr und deren Angehörigen. Auch als Zeichen zur Erinnerung an politische Gefangene wird sie getragen.

Dunker-Kobza weiß aus eigener Erfahrung, wovon sie spricht: Als Ehefrau, Mutter und Schwiegermutter von vier Offizieren kennt sie den Alltag von Soldatenfamilien genau. Ihr Engagement begann während der ersten Auslandseinsätzen deutscher Soldaten im Kosovo und in Afghanistan, als sie sich ehrenamtlich um die Angehörigen kümmerte.

Mit der „Gelben Schleife“ in Schönwalde ist nun die vierte Patengemeinde einer Einheit der Oberst-Herrmann- Kaserne in Eutin hinzugekommen. Bereits zuvor waren „Gelbe Schleifen“ bereits in Ratekau, Lensahn und Süsel übergeben worden. Zukünftig wird eine „Gelbe Schleife“ auch am Amtsgebäude in Schönwalde hängen. „Ich freue mich das Schönwalde als Patengemeinde der 2. Kompanie des Panzeraufklärungsbataillon 6 öffentlich zu ihren Soldaten und Soldatinnen steht und mit dem Aushang der gelben Schleife Dank und Anerkennung zeigt“, sagte Dunker-Kobza anlässlich der Übergabe.
Oberstabsfeldwebel und „Spieß“ der Kompanie, Michael Gendig begrüßte den Schritt des Amtes Ostholstein-Mitte ebenfalls: „Ich finde es mega klasse“. Kompaniechef Major Oliver Radulovic ergänzte in Richtung Frau Dunker-Kobza und Amtsvorsteher Hans-Peter Zink gerichtet: „Das Bataillon kann sich nur bei Ihnen bedanken“.
Amtsvorsteher Hans Peter Zink lobte das Engagement ebenfalls: „Wir hätten selbst darauf kommen sollen“, sagte er anlässlich der Übergabe. Bundeswehr und Bevölkerung gehörten zusammen und das Amt stehe fest an der Seite der Soldaten. „Wir brauchen die Bundeswehr“, positionierte Zink sich deutlich.
Dunker-Kobza hat inzwischen insgesamt 38 „Gelbe Schleifen“ übergeben. Die meisten hängen bei Privatpersonen oder Betrieben in Eutin. Seit gut zwei Jahren erhält Christiane Dunker-Kobza Unterstützung von der Wirtschaftsvereinigung Eutin.
Was sie trotz des Erfolges stört ist, dass Tafeln, die auf die vier Patenschaften des Bataillons hinweisen, bereits vorhanden sind, aber von der Stadt Eutin nicht aufgestellt werden.
Bis 2008 hatte auch die amtsangehörende Gemeinde Kasseedorf noch eine Patenschaft – damals mit der inzwischen aufgelösten Panzeraufklärungskompanie 400.

Viele Bürger sehen Bundeswehr kritisch
Amtsvorsteher Zink beobachte ein durchaus kritisches Verhältnis der Bürger zur Bundeswehr. Die aktuelle Diskussion um den Wehrdienst mache dies deutlich. Auch Major Radulovic, der 2009 als Wehrpflichtiger seinen Dienst begann und seit April 2024 Kompaniechef in Eutin ist, bestätigte diese Wahrnehmung: „Die Identifikation mit der Bundeswehr war mal ganz groß, ist aber abgeflacht“. Er wünsche sich, dass bei der laufenden Diskussion die staatsbürgerlichen Pflichten wieder stärker in den Fokus gerückt werden.

Ähnlich sieht es auch Oberstabsfeldwebel Gendig. Die Gesellschaft brauche insgesamt mehr Rückgrat und Patriotismus, nicht nur auf die Bundeswehr bezogen. Der Gedanke, was der Einzelne für die Gemeinschaft leisten könne, müsse wieder an Bedeutung gewinnen. Ein verpflichtendes Dienstjahr für jeden, ganz gleich ob als Wehrdienst oder als soziales Jahr, könne einen wichtigen Beitrag für Zusammenhalt und Gemeinschaft leisten und die Solidarität in der Gesellschaft stärken.
Wer selbst ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit setzen möchte, kann sich direkt an Frau Christiane Dunker-Kobza wenden: Per E-Mail an gelbeschleife@web.de können Interessierte eine Schleife aus Alu-Dipond in der Größe 30×60 Zentimeter bestellen, Die Kosten betragen etwa 50 Euro.

Autor: Marc Dobkowitz

Erschienen in OSTHOLSTEINER Anzeiger vom 29.10.2025