Spargelessen
Vom Prinzenhaus zum Spargelschmaus …
Mit diesem Titel war das Programm des Tages schon knapp umrissen. Bei echtem Kaiserwetter trafen sich zunächst 23 Teilnehmer am Eingang des Prinzenhauses in Plön, welches ja neben dem Schloss das zweite repräsentative Gebäude in dem Ensemble des Plöner Schlossbereichs darstellt. Sicherlich waren die meisten Kameraden bereits früher schon einmal dort, aber unter fachkundiger Führung wurden viele Fakten und Hintergründe vermittelt, auf Details hingewiesen und Geschichten und Anekdoten erzählt, die nicht jedem Teilnehmer bekannt waren.
Die Geschichte des Prinzenhauses begann im 18. Jahrhundert. In dem großen Barockgarten entstand ab 1744 das „Große Gartenhaus“ mit reicher Stuckdekoration, Spiegeln, Bilderrahmen mit Blumen, Muscheln und Rankenwerk. Es entwickelte sich allmählich zum Lustschlösschen in
barocker Pracht: Es war erst deutsch, dann dänisch und nach dem Deutsch-Dänischen Krieg preußisch. Die neuen Herren gaben eine neue Richtung vor: Das Plöner Schloss wurde Kadettenanstalt und das Gartenschlösschen wurde Dienstwohnung des Anstaltspfarrers.
Ab 1895 wurde das Haus im Rahmen der Kadettenanstalt zum Wohn- und Schulhaus für die sechs Söhne des deutschen Kaisers Wilhelm II. umgebaut, um sie hier in der Provinz in Theorie und Praxis auszubilden und zu erziehen, um sie so auf ihre späteren Rollen in der Monarchie vorzubereiten. In dieser Zeit hat sich der Name „Prinzenhaus“ eingebürgert und bis heute erhalten.
Im 1. Weltkrieg wurde das Prinzenhaus als Lazarett genutzt und nach dem 2. Weltkrieg wurde das Haus als Internatsgebäude von verschiedenen Bildungsanstalten genutzt, die im Schloss untergebracht waren. Bis 1997 bewohnten Schülerinnen des staatlichen Internats Schloss Plön das ehemalige Rokoko-Gartenhaus, worüber einige pikante Details kursieren.
Heute gehört das Prinzenhaus samt Schlossgarten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und erstrahlt wieder in altem Glanz. Es ist als historisches Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar – sogar als Hochzeitslocation.
Nach gut einer Stunde Führung mit vielen Details und vielen Fragen war es dann aber Zeit für den zweiten Programmpunkt: das Spargelessen in der Messe der MUS. Hier wuchs die Gesamt-Teilnehmerzahl auf 31 an. Und weil alle mittlerweile hungrig waren, wurde das Spargelbuffet pünktlich um 13.30 Uhr eröffnet. Im passend zum Thema „Spargel“ eingedeckten Wintergarten wurde es still; alle Teilnehmer genossen das
Spargelbuffet von der Vorsuppe bis zum Schwarzwaldbecher und dem Kaffee danach.
Es dauerte noch eine ganze Weile, bis sich die Gesellschaft auflöste, denn es gab noch viel zu erzählen. Es war einfach schön, nach dem guten Essen noch zusammen zu bleiben, sich zu unterhalten und den Nachmittag in geselliger Runde ausklingen zu lassen. Ziel erreicht!
Hertz