Volkstrauertag
Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt
Vor der öffentlichen Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Gewalt am Ehrenmal der Stadt Eutin, fand die vorgeschaltete Gedenkstunde des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ unter Teilnahme der Kameradschaft, Vertretern der ehemaligen HSchBrig 51, der Marinekameradschaft, der Polizei und des THW sowie der Stadt Eutin, vertreten durch den Bürgervorsteher, Herrn Dieter Holst, statt.
In die Veranstaltung waren auch wieder die „Nachwuchs-führungskräfte“, die Offizier- und Feldwebelanwärter des Bataillons, eingebunden – eine wichtige Erfahrung zur Bildung des Berufsbildes Soldat und militärischer Führer.
Der Kommandeur stellte eingangs seiner Ansprache fest, dass er an der bisherigen Form der Gedenkveranstaltung festgehalten hat, weil sie sich im Inhalt, aber vor allem auch in Form und Würde der Veranstaltung, bewährt hat.
Der Kommandeur verwies zunächst auf die historische Bedeutung und Wandlung dieses Gedenkens vom 1. Weltkrieg bis heute, um dann aber alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in der Vergangenheit und Gegenwart in das Gedenken einzubeziehen. Besonders wurde der 59 toten Kameraden und der vielen physisch und psychisch Verwundeten des gerade beendeten Afghanistan-Einsatzes gedacht. Das Gedenken der Opfer und die Mahnung zum Frieden wird auch in Zukunft nicht obsolet.
Ähnlich mahnende Worte wählte auch unser Militärpfarrer, Herr Thomas Dietl. Erst kürzlich aus Mali zurückgekehrt, hatte er Bilder von Verwüstung und Gewalt noch deutlich vor Augen und er stellte dennoch fest, dass Soldaten wohl auch in weiterer Zukunft nötig sein werden und nicht einfach zur Katastrophenbekämpfung umfunktioniert werden können – wie ein Friedensaktivist in Eutin kürzlich forderte.
Anschließend wurden durch einen Offizieranwärter die Namen der 41 im Dienst verstorbenen Soldaten des Bataillons verlesen -andächtige Stille, als das „Lied vom guten Kameraden“ als Trompetensolo gespielt wurde. Nach sechs Schlägen der Bataillonsglocke ertönte gedämpft ein anhaltender Trommelwirbel und Kränze wurden durch den Kommandeur AufklBtl 6 „Holstein“ und den 1. Sprecher der Kameradschaft niedergelegt.
Ein würdiges Gedenken, das jeden Teilnehmer betroffen und nachdenklich gemacht hat.
Team Kameradschaft
Nicht nur in der Kaserne, und nicht nur in Eutin wurden Kränze im Rahmen des Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt niedergelegt. Die Kompanien „von 6“ zeigten in ihren jeweiligen Patengemeinden Flagge und nahmen dort an den Gedenkveranstaltungen teil.
Die Delegation der Dritten nahm mit dem Kompaniechef, Major Gerwing, dem Spieß, Oberstabsfeldwebel Hadeler, den beiden Kranzträgern, Stabsfeldwebel Brettschneider und Kernchen sowie den beiden Ehrenwachen, Oberstabsgefreiter Gernoth und Kaya in der Patengemeinde Lensahn an der Gedenkveranstaltung teil.
Für die einsatzerfahrene und besonders betroffene 3. Kompanie war der diesjährige Volkstrauertag ein besonderer Gedenktag, an welchem die bundeswehreigene Historie gewürdigt und den im Afghanistaneinsatz gefallenen Kameraden gedacht wurde. „Wenn wir an den Anlass und die Geschichte des Volkstrauertages denken, fallen uns vornehmlich die beiden Weltkriege ein, die bis heute unser soziales Miteinander und das politische Agieren unserer Regierung prägen, historisch aber, für die meisten unter uns, in einer weit zurückliegenden Zeit liegen. Auch wenn das Gedenken an unsere Großväter beim Gedanken an den Volkstrauertag ein natürlicher und sicherlich auch zutreffender Reflex ist, so hat das Gedenken für mich als Bundeswehrsoldat einen aktuellen Bezug. Seit dem Abzug unserer letzten Soldaten aus Afghanistan nach fast 20 Jahren Einsatz im August dieses Jahres, reiht sich die Bundeswehr in die Linie ihrer Vorläuferarmeen ein und verfügt über eine eigene Erinnerungskultur an die 59 im Einsatz gefallenen Kameraden. Auch wenn sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die politische Ausgangslage von 1914, 1939 und 2001 grundlegend unterscheiden, so haben alle Gefallenen in den vergangenen Kriegen die Gemeinsamkeit, dass ihnen und ihren Hinterbliebenen durch den Krieg und die Gewalt unmenschliches Leid und Trauer zugefügt wurde.“
M Gerwing