Volkstrauertag 2022

Alte und neue Kriegsschauplätze

Volkstrauertag ist ein Tag des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart, an Soldaten und zivile Opfer, an Opfer in Deutschland und in der ganzen Welt. Es geht nicht um Heldentum und Ehre, nicht um gerechte Kriege oder falsche Ideologien. Es geht darum, das Zerstörerische, Brutale, Grausame, Unmenschliche von Krieg und Gewalt zu verdeutlichen, zu mahnen, zu erinnern und zu gedenken.

Der Kommandeur steht vor am Rednerpult und hält eine Ansprache. Das Rednerpult ziert das Bataillonswappen. Im Hintergrund das Ehrenmal.
Ansprache des Kommandeurs OTL Dr. Hoffmann

Der Kommandeur spannte in seiner Ansprache am Ehrenhain der Oberst-Herrmann-Kaserne vor einigen Soldaten des Bataillons und Angehörigen der Kameradschaft Aufklärungsbataillon 6, der Marinekameradschaft und der Traditionsgemeinschaft der Heimatschutz-Brigade 51 sowie einigen Gästen einen weiten Bogen, von den Opfern der beiden Weltkriege über die Opfer in den Einsatzgebieten der Bundeswehr und des Bataillons, über die Toten, die durch Flucht und Vertreibung umkamen und die vielen Opfer des Krieges in der Ukraine bis hin zu den Soldaten des Bataillons, die während ihrer Dienstzeit in der Bundeswehr ihr Leben verloren haben.

Der Kommandeur sagte:

„Keineswegs tobt der Krieg nicht nur in der Ukraine. Denn auf der Welt gibt es viele weitere Konflikte und Krisen, von denen unser Blick durch die nahen Geschehnisse abgelenkt wird. So protestieren im Iran tausende Männer und vor allem Frauen mutig gegen das Regime und riskieren alles dabei. Noch immer ertrinken viele Menschen im Mittelmeer, auf der Flucht vor Krieg und Hunger, auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit. Was passiert eigentlich gerade in Afghanistan? Wie ist die Lage in Syrien? Es sind viele Krisenherde – zu viele, um sie alle gleich präzise verfolgen zu können. Und keiner ist eben so nah wie der Krieg in der Ukraine.

………..Heute gedenken wir so der Toten von vor 80 Jahren in Stalingrad ebenso wie der Toten in der Ukraine.

Seit Gründung der Bundeswehr verloren mehr als 3.300
Bundeswehrangehörige bei Ausübung ihres Dienstes ihr Leben, 115 von ihnen starben im Auslandseinsatz oder in anerkannten Missionen. Auch dieser Kameraden gedenken wir heute.

Unter den 3.300 Bundeswehrangehörigen sind auch 41 Kameraden unseres Bataillons. Ihrer gedenken wir heute stellvertretend auch für die Verstorbenen aller Verbände und Einheiten, die hier in Eutin stationiert waren. Das Band der Kameradschaft reißt nicht ab“.

 

Nach den anschließendem Worten des Militärpfarrers, Herrn Pastor Heuermann, und den Fürbitten für Frieden und Versöhnung wurden die Namen aller im Dienst zu Tode gekommenen Soldaten des Bataillons verlesen – gerade für die Älteren eine Minute besonderer Trauer und der Erinnerung. Die Gedenksteine eines jeden Einzelnen umrahmen den zentralen Oberst-Herrmann-Platz. Sie sind damit unvergessen und stets in der Mitte des Bataillons. Mit 6 Schlägen der Bataillonsglocke und dem „Lied vom guten Kameraden“ endete dieser Abschnitt bevor unter gedämpftem Trommelwirbel die Kränze des Bataillons und der Kameradschaft im Ehrenhain niedergelegt wurden.

Nicht nur in der Kaserne wurde der Toten und der vielen Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Auch in den Patengemeinden waren Abordnungen der Patenkompanien vor Ort, um dort an den örtlichen Gedenkveranstaltungen Flagge zu zeigen und Kränze. Hier einige Bilder dieser Gedenkstunden in den Patengemeinden.

W. Hertz