Volkstrauertag

Gedenken, erinnern, Verantwortung tragen

In der Woche vor dem Volkstrauertag kommt wohl keiner an einem Sammlerteam für den Volksbund Kriegsgräberfürsorge vorbei. Den Anfang machte das „Promi-Team“ auf dem Eutiner Wochenmarkt mit dem Landesvorsitzenden des Volksbundes, Herrn Dr. Ekkehard Klug, der Kreispräsidentin Frau Petra Kirner, der Eutiner Bürgervorsteherin, Frau Elgin Lohse und ihrem
Stellvertreter, Herrn Rainer Lettow und dem Kommandeur des
Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“, Herrn Oberstleutnant
Andreas Fetzer. Hier wurden viele Gespräche geführt zu den Aufgaben des heutigen Aufgaben Volksbundes, 107 Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges und 8o Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges. Aber der Hinweis auf die Pflege und den Erhalt der Kriegsgräberstätten überzeugte viele, aber mehr noch die noch immer stattfindende Bergung und Beisetzung gefallener Soldaten der Kriege auf den Soldatenfriedhöfen – insbesondere im Osten Europas- überzeugten viele. Auch die Schaffung internationaler Begegnungsstätten in Verbindung mit den Soldatenfriedhöfen zur Friedenserziehung der Nachkriegsgenerationen motivierte viele Wochenmarktbesucher zu einer Spende.

Andere Sammelaktionen wurden als Straßensammlung oder an „strategischen Hotspots“ , z.B. in den Eingangsbereichen von Supermärkten durchgeführt. Hier natürlich in Uniform und freiwillig. Dort war auch immer wieder die „neue Wehrpflicht“ ein häufiges Thema, ebenso wie die Wiederherstellung der Verteidigungsfähigkeit durch Aufrüstung und Ausbau militärischer Fähigkeiten. Politische Bildung im besten Sinne. Am Volkstrauertag selbst waren nicht nur die Fahnen an allen öffentlichen Gebäuden auf Halbmast gesetzt, sondern es fanden in allen Dörfern, Städten und Stadtteilen Gedenkveranstaltungen an den Kriegerdenkmälern zum Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewalt statt. Wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt Neben der offiziellen und öffentlichen Gedenkstunde des Landkreises Ostholstein und der Stadt Eutin fand in der Oberst-Herrmann-Kaserne eine kleine interne Gedenkstunde des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ statt. Auch eine kleine Gruppe ehemaliger Soldaten des Panzer-/Aufklärungsbataillons 6, der Kameradschaft Aufklärungsbataillon 6 und der ehemaligen HSchBrig 41 und der Marinekameradschaft hatten sich dazu am Gedenkhain versammelt, um der gefallenen Soldaten der Weltkriege aber auch der Gefallenen der Bundeswehr in Afghanistan und Mali zu gedenken. Wir mahnen die Lebenden In seiner Ansprache ging der Kommandeur natürlich auf die reale Bedrohung durch den russischen Angriffskrieg ein. Daraus erwachsen Verpflichtungen, daraus erwächst Verantwortung für jeden Staatsbürger und besonders für Soldaten. „Der Frieden in Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit und auch nicht zum Null-Tarif zu haben“ stellte der Kommandeur fest. Auch der neue Militärpfarrer Müller-Tiedemann mahnte angesichts des Leids, der Zerstörung und der Entmenschlichung, die Krieg, Vertreibung, Terror und Gewaltherrschaft für jedermann sichtbar mit sich bringen, die Demokratie zu schützen und zu verteidigen. Ein verinnerlichter Wertekompass sei dabei ebenso wichtig wie Kameradschaft und Vertrauen, aber auch Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein. Wir ehren die in Ausübung ihres Dienstes gefallenen und verstorbenen Soldaten der Bundeswehr und des Aufklärungsbataillons. Der Kommandeur stellte fest, dass das Bataillon selbst – Gott sei Dank- keine Gefallenen aus Afghanistan oder Mali zu betrauern habe. Dennoch haben seit Bestehen des Bataillons 41 Soldaten im Dienst ihr Leben gelassen. Sie haben ihren Auftrag erfüllt und dabei das Höchste gegeben – ihr Leben. Stabskorporal Cröger verlas in der Stille des Moments alle Namen und rief so die Erinnerung an die verstorbenen Soldaten ins Gedächtnis zurück, begleitet durch sechs Glockenschläge der Bataillonsglocke. Unter dumpfem Trommelwirbel legten Soldaten des Bataillons und Abordnungen der Kameradschaften Kränze und Gestecke an ihren Gedenksteinen nieder und in die andächtige Stille tönte das Lied vom guten Kameraden. Die Nationalhymne beschloss die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag 2025. Die Patengemeinden führten ebenfalls gemeinsam mit den Abordnungen der Patenkompanien entsprechende Gedenkveranstaltungen durch. Die Soldaten legten nicht nur Kränze nieder, sie wurden vielmehr in die Gestaltung voll umfänglich einbezogen und konnten so den Gedanken von „Gedenken aller Opfer – Ehrung der Gefallenen – Mahnen der Lebenden“ in die Veranstaltung zum Volkstrauertag einbringen.

Walter H.